Foto: Markus Leitner/dpa
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Am Flughafen München scheint sich die Lage beruhigt zu haben, doch der starke Schneefall in Teilen Bayerns macht vielen Auto- und Bahnfahrern zu schaffen. Ein Unglück zeigt, warum Skitouren derzeit lebensgefährlich sein können.

Bei einem Lawinenabgang am Teisenberg in den Chiemgauer Alpen starb eine 20-jährige Frau. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, war die 20-Jährige am Samstag in einer Gruppe von insgesamt sechs Tourenskifahrern unterwegs, als sich bei der Abfahrt ins Tal eine Lawinelöste. Die junge Frau aus dem Berchtesgadener Land wurde komplett verschüttet. Ihre Begleiter dagegen wurden von dem Schneebrett nicht erfasst.

Hauptgrund für die große Lawinengefahr in den Bayerischen Alpen ist laut Lawinenwarndienst „die enorme Auflast des Neuschnees auf die instabile Altschneedecke“. Die Lawinen könnten große Ausmaße erreichen, hieß es.

Der viele Schnee führt vor allem im Süden Bayerns weiterhin zu großen Verkehrsproblemen. Während sich die Situation am Flughafen München entspannte, meldete die Bahn etliche Streckensperrungen. Auf den Straßen kam es zu vielen Unfällen – nicht nur in Bayern, sondern etwa auch im Schwarzwald. Meistens blieb es bei Blechschäden. Im gesamten deutschen Alpenraum galt am Sonntag die zweithöchste Lawinenwarnstufe vier – das teilte der Lawinenwarndienst in München mit. Das bedeutet, dass sich große Lawinen schon durch ihr Eigengewicht und damit ohne menschliche Einwirkung auslösen können. In den Chiemgauer Alpen starb am Wochenende eine junge Frau in den Schneemassen.

Nachdem am Samstag wegen des anhaltenden Schneefalls zahlreiche Flüge am Münchner Airport annulliert wurden, scheint sich die Lage am Sonntagmorgen entspannt zu haben. „Bei uns wurden bislang 15 wetterbedingte Annullierungen angemeldet“, sagte eine Sprecherin. Ob noch weitere hinzukommen, lasse sich noch nicht ausschließen. „Wenn es abends starken Schneefall gibt, könnte das durchaus sein.“ Am Samstag wurden im Laufe des Tages immer mehr Flüge annulliert, insgesamt waren es 130, am Freitag 65.

Neben den Annullierungen war es am Samstag auch zu Verspätungen gekommen, vor allem, weil Räumdienste die Start- und Landebahnen sowie die Rollwege des Airports von den Schneemassen befreien mussten. Außerdem wurden Flugzeuge vor dem Start enteist. Etwa 220 Flüge hoben erst mit einer Verzögerung von einer Stunde oder mehr ab.

Bahnreisende brauchten in Bayern viel Geduld: Der starke Schneefall behinderte den Zugverkehr vor allem im Süden und Westen von München. Etliche Verbindungen im Allgäu und zum Beispiel Richtung Garmisch-Partenkirchen waren bis auf weiteres gesperrt.
„Wir sind seit der Nacht mit allen verfügbaren Kräften vor Ort, um die Strecken so schnell wie möglich wieder befahrbar zu machen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonntagmorgen. Mancherorts fuhren Ersatzbusse. Grund für die Sperrungen waren Bäume, die wegen der schweren Schneelast in Gleise und Oberleitungen gefallen waren. Die Bahn empfahl Reisenden, sich vor der Fahrt online über Änderungen und Ausweichmöglichkeiten zu erkundigen.

Am Sonntag hielt im Alpenraum der starke Schneefall an, bereits in den Vortagen war verbreitet mehr als ein Meter Neuschnee gefallen. DieExperten erwarten für die nächsten Tage eine leichte Entspannung der Lawinenlage, wenn sich die Neuschneemengen setzen.

Die neue Woche beginnt der Vorhersage zufolge in Deutschland meist bedeckt und besonders in der Osthälfte gebietsweise mit Regen oder Sprühregen. Im Süden und in den östlichen Mittelgebirgen soll es teils bis in tiefe Lagen schneien, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. An den Alpen nehme die Intensität der Schneefälle ab. Für den Westen und Nordwesten Deutschlands erwartete der DWD oft trockenes Wetter. Im Laufe des Montagnachmittags sei jedoch von der Nordsee her mit neuem Regen zu rechnen.

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  (dpa)