Foto: senee sriyota / Shutterstock.com (Symbolbild)
Foto: senee sriyota / Shutterstock.com (Symbolbild)

Elfenbeinjäger haben in Botswana eines der schlimmsten Massaker an Elefanten der vergangenen Jahre angerichtet. Wildschützer entdeckten bei einer Zählung der Elefanten-Population aus der Luft rund 90 getötete Tiere, denen die Stoßzähne abgenommen worden waren.

Das teilte die Tierschutzorganisation Elephants Without Borders am Dienstag mit. Botswanas Tourismusminister Tshekedi Khama bestätigte auf AFP-Anfrage die Angaben.

„Das Wildern von Elefanten hat ein Ausmaß erreicht, wie ich es bisher in Afrika noch nicht gesehen habe“, sagte der Direktor von Elephants Without Borders, Mike Chase. Mitte Juli habe seine Organisation mit der Zählung der Elefanten-Population begonnen. „Jeden Tag zählen wir mehr tote Elefanten“, sagte Chase.

Botsuana habe bislang als relativ sicher für Elefanten gegolten. In dem Land leben rund 135.000 der 415.000 Elefanten in Afrika. Nachdem die Tiere in den Nachbarländern Angola und Sambia an den Rande des Aussterbens gebracht worden seien, wichen nun aber viele Wilderer nach Botswana aus, sagte Chase.

Der Tierschützer kritisierte, dass Botswana Anfang des Jahres seine Wildhüter entwaffnet habe. Zuvor hätten Wilderer damit rechnen müssen, erschossen zu werden. Nach der Entwaffnung sei die Wilderei stark angestiegen. Motiviert werden die Wilderer auch von den hohen Erlösen, die Elfenbein vor allem in Asien erzielt.

Die Umweltschutzorganisation WWF zeigte sich ebenfalls entsetzt. „Dieser beispiellose Angriff zeigt, wie erbarmungslos die hochgerüstete Wildtiermafia vorgeht“, erklärte WWF-Referentin Katharina Trump. „Afrika hat in nur einem Jahrzehnt über 100.000 seiner Elefanten verloren.“ Dies sei „eine dramatische Entwicklung, die wir dringend stoppen müssen“. (AFP)