Foto: nhungboon/shutterstock (Symbolbild)
Foto: nhungboon/shutterstock (Symbolbild)

Die mutmaßliche Entführung einer 88-jährigen Frau in Österreich hat sich offenbar als Fehlalarm entpuppt: Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, soll die Seniorin nach eigener Aussage und ersten Angaben der Beteiligten freiwillig mit ihren angeblichen Entführern mitgefahren sein. Der Vorfall hatte eine Großfahndung ausgelöst. Bei der Frau handelt es sich um die Mutter eines Managers im Dienste der Adligenfamilie Esterhazy.

Der Fall warf dennoch weiter zahlreiche Fragen auf: So war laut Polizei die Motivlage weiter unklar, und die näheren Umstände des Vorfalls lägen ebenso im Dunkeln. Die Identität des „Opfers“ sei dagegen klar, meldete die österreichische Nachrichtenagentur unter Berufung auf die Polizei: Es handele sich um die Mutter des Generaldirektors der Esterhazy-Betriebe.

Zunächst hatten die Ermittler erklärt, die Seniorin sei am Dienstagnachmittag im burgenländischen Eisenstadt mit ihrer Pflegerin unterwegs gewesen, als plötzlich zwei schwarze Limousinen hielten und die 88-Jährige zum Einsteigen gezwungen wurde. Weiter hieß es, die Ermittlungen würden „international“ geführt. Die beiden Limousinen hatten demnach womöglich ausländische Kennzeichen.

Der Vorfall löste laut österreichischen Medien einen massiven Polizeieinsatz in der Kleinstadt nahe der ungarischen Grenze aus. Gegen 17.00 Uhr leiteten die Behörden eine Großfahndung im Raum Eisenstadt ein. Nach Angaben eines Augenzeugen wurden Autos mit ausländischem Kennzeichen – insbesondere aus Ungarn – gestoppt und durchsucht.

Österreichs Innenminister Herbert Kickl hatte sich jedoch schon früh vorsichtig geäußert, was die genauen Hintergründe der Tat angeht. „Zur Stunde ist es nicht wirklich gesichert, ob es sich um eine Entführung im klassischen Sinn handelt“, sagte der Minister. Am Mittwoch teilte die Polizei dann mit, die an dem Fall Beteiligten hätten sich in der Nacht bei der Polizei gemeldet.

Keine News mehr verpassen: Folgt uns jetzt bei Facebook! (AFP)