Foto: Brian A Jackson/shutterstock
Foto: Brian A Jackson/shutterstock

Nach dem Mord am Facebook-Bekannten eines jungen Mädchen sind die Haftstrafen von zwei der drei mutmaßlichen Täter deutlich verringert worden.

In einem Revisionsverfahren verurteilten die Richter die 33-jährige Mutter des Mädchens und einen 29 Jahre alten Freund der Familie zu sechs und vier Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge, wie ein Sprecher des Landgerichts Aachen am Mittwoch mitteilte. Im ersten Prozess waren beide im Mai 2016 wegen Mordes noch zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Mutter, Vater und der Freund der Familie, alle drei Deutsche, hatten grundlos angenommen, der 29-Jährige sei pädophil und habe Interesse an der zwölfjährigen Tochter. Dafür sollte er eine Abreibung bekommen: Sie wollten ihm ein Grinsen ins Gesicht schneiden, so der Plan. Die Mutter habe das Opfer mit sexuellen Versprechen im August 2015 in Eschweiler bei Aachen in einen Hinterhalt gelockt, dann zu ihrem Mann gebracht und sich zu dem Freund zurückgezogen. Der Vater habe den Mann dann im Exzess und entgegen der Absprache mit einem Bajonettmesser erstochen.

Die Richter hatten ihn zu lebenslanger Haft verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Die Verurteilung gegen seine Frau und einen Freund der Familie wegen Mordes hob der Bundesgerichtshof in einem Revisionsverfahren auf. Für die obersten deutschen Strafrichter hatte nicht zweifelsfrei festgestanden, dass die beiden tatsächlich eine Tötungsabsicht hatten.

Keine News mehr verpassen: Folgt uns jetzt bei Facebook!

(dpa)