Sechs Tote! Mann rast mit Auto bei Karnevalsveranstaltung in Menschengruppe

Ein Autofahrer fährt mit seinem Fahrzeug in eine Menschenmenge. Sechs Menschen sterben in Belgien. Einige Verletzte sind in einem kritischen Zustand. Die Polizei stoppte das Fahrzeug. Jetzt wird untersucht, ob es sich um einen Unfall handelte.
Blaulicht Polizei
Foto: Yevhen Prozhyrko / shutterstock.com
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War es ein Unfall? Oder war es Absicht? In Belgien ist bei einer Karnevalsveranstaltung ein Mann mit seinem Fahrzeug in eine Menschengruppe gerast. Bei dem Unglück in dem Ort Strépy-Bracquegnies starben am Sonntagmorgen sechs Menschen. Das gab die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Bürgermeister bekannt.

Wie ein Sprecher der Rettungskräfte am Sonntagvormittag bei einer Pressekonferenz sagte, sind zudem zehn Schwerverletzte in einem kritischen Zustand. 27 Personen erlitten demnach leichtere Verletzungen. Ob das Fahrzeug absichtlich in die Menschengruppe gesteuert wurde, blieb zunächst unklar. Der Fahrer fuhr nach Angaben des Bürgermeisters zunächst weiter, konnte dann aber von der Polizei gestoppt werden.

Die belgische Gemeinde Strépy-Bracquegnies liegt etwa 40 Kilometer südwestlich von Brüssel und zählte nach Angaben der übergeordneten Stadt La Louvière zuletzt knapp 9000 Einwohner.

Augenzeuge berichtet von dramatischen Szenen

Ein Moderator des belgischen Radiosenders RTL, der an der Karnevalsveranstaltung teilnahm, berichtete von dramatischen Szenen. Seinen Angaben zufolge fuhr das Auto mitten in die Menschenmenge. „Da waren Musik und Gelächter und drei Sekunden später waren es Schreie. Es war schrecklich“, zitierte ihn der Sender. Seinen Angaben zufolge waren etwa 150 Menschen bei der Veranstaltung.

Den Schätzungen des Moderators zufolge waren am Sonntagmorgen etwa 150 Menschen beim «Ramassage des Gilles» dabei. Dabei wird von Haus zu Haus gezogen, um sich für den Karneval zu sammeln. Zentrale Figur sind dabei die „Gilles“, die traditionell Wachsmasken mit aufgemalter Brille und Bärtchen tragen.

Party wird zum Drama – Belgien trauert um die Toten

Nach Angaben des Bürgermeisters von La Louvière wurde der kommunale Notfallplan ausgelöst und der Opferhilfedienst aktiviert. Die belgische Innenministerin Annelies Verlinden schrieb auf Twitter, ihr tiefstes Beileid gelte den Familien und Freunden der Getöteten und Verletzten. „Was eine tolle Party werden sollte, wurde zu einem Drama.“Q Auch der belgische Premierminister Alexander De Croo äußerte Anteilnahme und sprach von „schrecklichen Neuigkeiten“ aus Strépy-Bracquegnies.

Die Ereignisse in Belgiern erinnern an das Grauen beim Rosenmontagsumzug vor zwei Jahren im nordhessischen Volkmarsen. Damals wurden 88 Menschen, darunter 26 Kinder, schwer verletzt, als ein Autofahrer vorsätzlich in den Rosenmontagszug raste. Der Täter wurde mittlerweile zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Die Karnevalsaison in La Louvière war nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga erst Anfang März gestartet worden, nachdem strenge Corona-Beschränkungen aufgehoben worden waren. 2020 und 2021 hatte der Karneval wegen Corona ganz ausfallen müssen.

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dpa