Schuld an Hunderttausenden Corona-Toten: Merkel und Macron im Visier von Oxford-Professor

AstraZeneca war gerade 2021 ein Streitthema. Die Diskussionen um den Impfstoff sieht ein Oxford-Professor als Grund für Hunderttausende Corona-Tote. Verantwortlich dafür seien Regierungschefs der EU-Staaten.
Astrazeneca Imfpfstoff Spritze
Hier wird eine Dose des AstraZeneca-Impfstoffes verimpft. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa
Astrazeneca Imfpfstoff Spritze
Hier wird eine Dose des AstraZeneca-Impfstoffes verimpft. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Solange es Corona-Impfstoffe gibt, gibt es auch Diskussionen um sie. Nun hat allerdings ein Professor an der Universität Oxford einen extremen Vorstoß gewagt. Er sagt, dass Politiker, die Zweifel am AstraZeneca-Impfstoff öffentlich geäußert haben, seiner Meinung nach Schuld an Hunderttausenden Toten hätten.

In einer BBC-Dokumentation zum Impfstoff, der unter anderem gemeinsam von AstraZeneca und der Oxford-Universität erarbeitet wurde, wird Sir John Bell deutlich: „Ich denke, dass der schlechte Umgang von Wissenschaftlern und Politikern wahrscheinlich Hunderttausende Menschenleben gekostet hat. Und das ist etwas, auf das sie nicht stolz sein können.“

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Merkel und Macron wegen AstraZeneca im Visier von Oxford-Professor

Dabei bezieht er sich laut „Daily Mail“ auf den Umgang von Regierungschefs der EU-Staaten wie Emmanuel Macron und damals noch Angela Merkel und sagt: „Sie haben dem Ruf des Impfstoffes so sehr geschädigt, dass das Ganze auf der ganzen Welt nachgehallt hat.“ Macron hatte AstraZeneca einst als „im Grunde ineffektiv“ für ältere Menschen bezeichnet.

In Deutschland gab es immer wieder Anpassungen daran, für wen der AstraZeneca-Impfstoff geeignet sei. Zunächst wurde der Impfstoff nur Menschen bis 64 Jahren empfohlen, wenig später gab es eine offizielle Empfehlung, die dann Menschen ab 65 Jahren betraf. Die Folge waren Unsicherheiten in der Bevölkerung.

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Auch ärmere Länder betroffen

Das habe aber nicht nur Einfluss auf die Verteilung und Impf-Politik in den EU-Ländern gehabt, erklärt Bell. Stattdessen hätten auch Unklarheiten und Verschiebungen dazu geführt, dass es in Ländern, in denen weniger Impfstoff zur Verfügung stand, zu Verzögerungen kam. Mittlerweile wird der AstraZeneca-Impfstoff in Deutschland gar nicht mehr angeboten.

Sir John Bell zählt seit Frühjahr 2020 zur „Covid Taskforce“ der britischen Regierung. Der Medizin-Professor wurde 2009 von der Queen aufgrund seiner Verdienste für die Medizin in Großbritannien zum Ritter geschlagen.

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