Schülerin (15) hat seit neun Monaten nur positive Corona-Schnelltests

Eine 15 Jahre alte Schülerin aus Holzminden hat seit Monaten durchweg positive Corona-Selbsttests. Gesundheitsamt und Ärzte sind ratlos, wissen nicht, wie es zu den falschen Testergebnissen kommt. Anwendungsfehler wurden mittlerweile ausgeschlossen.
Coronavirus Schnelltests
Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Corona-Schnelltests sind mittlerweile für viele Menschen nichts Besonderes mehr. Sich das Stäbchen in die Nase schieben, ein paar Mal drehen, die Flüssigkeit dazugeben – und 15 Minuten auf das Ergebnis warten. Langsam wird dieser Vorgang zur Routine. Doch für eine 15 Jahre alte Schülerin aus Holzminden in Niedersachsen sind die Corona-Schnelltests ein regelrechter Albtraum. Warum? Bei Eva Wallrabenstein fallen diese Tests seit neun Monaten alle gleich aus – das Mädchen ist seit neun Monaten durchweg positiv. Ein medizinisches Rätsel.

RTL berichtet über diesen kuriosen Fall. Alles begann am 13. April 2021. Das Mädchen testete sich in der Schule selbst. Das Ergebnis: positiv. Dass dies erst der Auftakt einer schlimmen Odyssee für die Schülerin sein wird, ahnt Eva noch nicht. Es folgt ein PCR-Test und eine dreitägige Quarantäne. Laut PCR-Test ist sie negativ, also geht sie wieder zur Schule. Dort dann die bittere Erkenntnis beim Selbsttest: Eva ist wieder positiv. Und dieses Szenario wiederholt sich. Immer wieder. Die Schülerin und ihre Eltern verzweifeln regelrecht. 30 verschiedenen Selbsttests kommen bei den Wallrabensteins zum Einsatz, doch das Ergebnis ist immer unverändert. Bei allen Selbsttests ist das Mädchen positiv.

Selbstzweifel und Ohnmacht

„Ich wusste nicht, was los ist. Habe mir nur gedacht: ‚Mist! Wieso ist das gerade bei mir so?'“, sagt sie im Interview mit dem TV-Sender aus Köln. „Das alles war extrem nervig für mich und belastend, da ich überhaupt nichts machen konnte“, berichtet sie mit brüchiger Stimme. Man merkt, dass das Thema sie immer noch emotional mitnimmt.

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Das ganz große Problem: Niemand glaubt ihr. Gesundheitsamt und Mediziner bleiben skeptisch, vermuten Fehler in der Anwendung der Tests zu Hause. Die Experten klären die Familie auf, dass es falsch-positive Testergebnisse geben könne, falls der Test nicht ordnungsgemäß durchgeführt werde. Die 15-Jährige muss vor Ort die Tests durchführen – und verblüfft die Experten, die keine Antwort auf das medizinische Rätsel kennen. Für das Mädchen eine ziemlich frustrierende Angelegenheit, da sie vom öffentlichen Leben mit ihren dauerhaft-positiven Tests monatelang quasi ausgeschlossen ist. Eva darf nicht in die Schule, darf sich nicht mit Freunden treffen, muss stattdessen immer wieder in die Quarantäne. Nach quälend langen neun Monaten wird sie von der Schule zumindest von der Testpflicht befreit.

Impfung als Ausweg

Als sich das Mädchen gegen das Coronavirus impfen lässt, hofft sie, dass der Horror bald beendet sei. Die 2G-plus-Regel erschwert ihr bis zum Booster-Termin wieder das Leben, doch nach der Spritze hat sie erst einmal Ruhe. Mediziner vermuten, dass die Antigen-Schnelltests eine andere Infektion bei Eva fälschlicherweise für Corona halten. Doch welche Erreger bei ihr für die falschen Test-Ergebnisse verantwortlich sein könnten, weiß sie immer noch nicht.

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