Brustkrebs Mammographie
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Eine junge Frau bekommt die Diagnose, unter einer aggressiven Form von Brustkrebs zu leiden. Sie unterzieht sich mehrfach einer Chemotherapie, verliert ihre Haare und ihre Brüste werden amputiert – alles in der Hoffnung, den Krebs zu besiegen und schon bald wieder gesund zu sein. Doch dann passiert das Unfassbare.

Ärzte stellten fest, dass die junge Frau nie Krebs hatte. Sarah Boyle war kerngesund. Jetzt hat die Britin in der englischen TV-Show „This Morning“ über ihren ganz persönlichen Albtraum gesprochen und erklärt, wie es zu all dem kommen konnte.

So entschied sich die heute 28-Jährige vor drei Jahren dazu, ins Krankenhaus zu fahren, weil sie ihren erst wenige Monate alten Sohn Teddy plötzlich nicht mehr stillen konnte. Im Royal Stoke University Hospital in Newcastle habe sie dann die Diagnose bekommen, die ihr Leben für immer verändern sollte.

„Es war schon schrecklich, dass mir gesagt wurde, ich hätte Krebs. Aber dann diese ganzen Behandlungen und Operationen durchlaufen zu müssen, um danach gesagt zu bekommen, dass es gar nicht nötig war, war traumatisierend“, wird Boyle von der „BBC“ zitiert.

Doch wie konnte es zu der schlimmen Fehldiagnose kommen? Ein Sprecher des Krankenhauses sagte schlicht, dass es sich um menschliches Versagen gehandelt habe. Offenbar wurde ein Knoten in der Brust fälschlicherweise für einen Krebstumor gehalten.

Als Ärzte dann feststellten, dass Boyle nie Krebs hatte, bekam die 28-Jährige zunächst einen Anruf mit der Bitte, ins Krankenhaus zu kommen. Da man ihr am Telefon nichts weiter sagen wollte, rechnete die Mutter mit dem Schlimmsten. „Ich dachte sie sagen mir, dass ich sterben muss.“

Stattdessen aber sagte man ihr, dass genau das Gegenteil der Fall sei. Sie werden leben. Eine Nachricht, die Boyle völlig überwältigte. Sie glaubte, den Krebs besiegt zu haben, war froh, dass sich der so anstrengende, lange Kampf gegen die Krankheit ganz offensichtlich gelohnt hatte.

Erst dann erfuhr sie von der Ärztin, die ihr irrtümlich die Krebs-Diagnose stellte, dass sie nie Krebs hatte. Doch statt wütend und entsetzt zu sein, nahm sie die Ärztin in den Arm, sagte ihr, dass alles okay sei. „Ich wusste, dass sie Kinder hat und ich dachte wenn sie meine Mutter wäre, würde ich nicht wollen, dass sie sich so schrecklich fühlt.“

Zugleich fühlt sie sich irgendwie schuldig, den Fehler nicht selbst bemerkt zu haben. „Ich hätte es wissen müssen“, so Boyle.

Ihren Rechtsanspruch gegen das Krankenhaus wolle sie dennoch geltend machen. Dabei gehe es laut ihrer Anwältin Sarah Sharples vor allem darum, dass es nie wieder zu solch einem Fall kommt.

Das Krankenhaus selbst reagierte bereits auf die Fehldiagnose. Die Ergebnisse einer Untersuchung werden jetzt immer auch von einem zweiten Pathologen geprüft.