Foto: MikeDotta/shutterstock
Foto: MikeDotta/shutterstock

Mehr als zehn Jahre hat es gedauert, bis die US-amerikanische Justiz Andrew Kowalczyk für seine Taten verurteilen konnte. Nun steht das Strafmaß für den 44-Jährigen, der wiederholt Kinder sexuell missbrauchte, fest – er wurde zu 270 Jahren Haft verurteilt.

Wie das US-Portal „Oregon Live“ berichtet, leiden die drei Opfer noch heute täglich unter den Übergriffen zu Kindheitstagen. Dabei ist es inzwischen schon 14 Jahre her, dass sich Kowalczyk an den drei Schwestern aus Portland verging.

Das älteste Opfer ist mittlerweile 23 Jahre alt. Vor Gericht erklärte sie, dass die Last des Geschehenen immer noch auf ihr laste. Eigentlich sollte Kowalczyk sie und ihre Geschwister beschützen, stattdessen fügte er ihnen größte Qualen zu.

Andrew Kowalczyk
Täter Andrew Kowalczyk
Foto: Multnomah County Jail

Ihre alleinerziehende Mutter vertraute dem Pädophilen die damals Achtjährige und ihre damals zwei Jahre alten Zwillingsschwestern über einen längeren Zeitraum an. In seinem Apartment war der Babysitter dann wiederholt mit den Kindern allein.

In dieser Zeit näherte sich Kowalczyk den Kindern an, massierte ihnen unter anderem den Rücken. „Was der Angeklagte den Kindern angetan hat, ist einfach unerklärlich“, sagt Rechtsanwalt Scott Kerin.

Richter Michael Mosman bezeichnet den 44-Jährigen als „Monster“. Jahrelang verzögerte sich der Prozess, weil Kowalczyk unter anderem immer wieder seine Anwälte wechselte und damit den Prozessverlauf in die Länge zog.

Bei seiner ersten Festnahme 2007 wurden in Kowalczyks Besitz 650 kinderpornografische Fotos und Videos von den Opfern sichergestellt, Ermittler bezeichneten die Aufnahmen als „das Schlimmste vom Schlimmen“.

Daraufhin wurden nicht-pornografische Fotos der Opfer veröffentlicht, um sie zu identifizieren. Die Mutter der drei Schwestern erkannte ihre Kinder wieder und meldete sich bei der Polizei. Nun, zwölf Jahre später, wurde der 44-Jährige wegen des Erstellens von Kinderpornografie in neun Fällen verurteilt.

Dafür wurde er jeweils zu 30 Jahren Haft verurteilt, entsprechend beläuft sich seine Haftstrafe auf insgesamt 270 Jahre – zudem gibt es eine anschließende Sicherheitsverwahrung. „Kein Kind soll seinetwegen leiden“, erklärt Kerin.

Kowalczyk nahm die Urteilsverkündung in seinem Rollstuhl entgegen, beleidigte aber die Beamten und zeigte ihnen den Mittelfinger. Auch da wollte der 44-Jährige noch widerlegen, dass er den Kindern Leid zugefügt hat.

Während die älteste der drei Schwestern in den Zeugenstand geladen wurde, waren die Zwillingsschwestern als Beobachter im Gerichtssaal. Sie haben allerdings „keine bewusste Erinnerung an Andrew oder die grausame Taten“, erklärt Strafverteidiger Erin Olson.

Das Sorgerecht der Teenager liegt inzwischen beim Staat, sie haben immer noch mit Angstzuständen zu kämpfen. Die inzwischen 23-Jährige gibt sich zudem die Schuld, ihre Geschwister damals nicht beschützt zu haben.

„Andrew ist der Teufel. Er verdient es, im Gefängnis zu verrotten nach den grausamen Dingen, die er mir und meinen Schwestern angetan hat“, sagt das älteste Opfer. Der Täter hingegen meinte bei der Urteilsverkündung nur: „Mir ist egal, wie lange ich hinter Gittern muss.“