Polizeiauto
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Ab in den Urlaub – daraus wird vorerst nichts für rund 160 Kunden, die sich von einem Reisebüro in der Ruhrgebietsstadt Herten betrogen fühlen.

Dort soll der Betreiber hohe Buchungssummen selbst eingestrichen, nicht weitergeleitet oder Buchungen nach Bezahlung in bar wieder storniert haben, so die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Bochum. Eine Woche lang war der mutmaßliche Betrüger abgetaucht, in der Nacht zu Freitag stellte er sich der Polizei. Er wurde vorläufig festgenommen.

Aufgeflogen war die Betrugsmasche bei einem Polizeieinsatz vor einer Woche, als sich aufgebrachte Kunden vor dem Reisebüro versammelt hatten. Der 39 Jahre alte Betreiber war jedoch nicht da, wie ein Polizeisprecher auf Anfrage erklärte. Aus dem Einsatz habe sich eine Betrugsanzeige ergeben – mit insgesamt etwa 160 Geschädigten, die nun um ihren Sommerurlaub bangen müssten.

Der Tatverdächtige soll nach ersten Ermittlungen hohe, teils vierstellige Buchungssummen abgezweigt haben, zum Beispiel indem er Barzahlungen kassierte, aber nicht an den Reiseveranstalter weiterleitete.

In anderen Fällen habe er vermutlich Reisen trotz Bezahlung nicht ordnungsgemäß gebucht oder sie wieder storniert. Viele Kunden hätten das jetzt erst kurz vor Reiseantritt bemerkt, da ihre Unterlagen nicht vollständig waren oder Tickets fehlten, so der Polizeisprecher.

Die Behörden ermitteln nun, wohin das Geld geflossen ist. Die genaue Schadenssumme war den Angaben nach noch nicht bekannt. Laut Medienberichten geht es um mehr als eine Million Euro.