Polizei
Foto: Shutterstock

Nach einem tödlichen Raser-Unfall in Oberfranken kommt der Fahrer mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten davon. Das Landgericht Hof verurteilte den 21-Jährigen am Mittwoch nach Jugendstrafrecht wegen Gefährdung des Straßenverkehrs mit fahrlässiger Tötung.

Der Angeklagte sei „grob verkehrswidrig und rücksichtslos“ gefahren, sagte der Vorsitzende Richter. Doch seine Raserei werde nicht als illegales Autorennen angesehen. (Az. 283 Js 2302/20 jug.)

Mit mindestens 78 Stundenkilometer durch den Ort

Nach Auffassung des Gerichts fuhr der damals 20-Jährige im Februar 2020 mit mindestens 78 Stundenkilometer durch das bayerische Selb. Seine riskante Fahrweise habe einer Gruppe Berufsschüler imponieren sollen. Dabei erfasste der Deutsche einen 19-Jährigen frontal, der noch an der Unfallstelle starb.

>> Zahl illegaler Autorennen steigt: „Raserphänomen eine extreme Ausprägung der Rücksichtslosigkeit“ <<

Dem ursprünglichen Mordvorwurf der Staatsanwaltschaft folgte das Gericht nicht, weil es keinen bedingten Tötungsvorsatz des Fahrers erkennen konnte. Der Staatsanwalt und der Anwalt der Opfer-Familie hatten vier Jahre Gefängnis gefordert, der Verteidiger eine Geld- oder Haftstrafe von höchstens sieben Monaten.

Verurteilungen wegen Mordes nach Raser-Unfällen selten

Verurteilungen wegen Mordes nach Autoraser-Unfällen sind selten. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kommt es dabei auf die Umstände des Einzelfalls an.

So wurde in Hamburg ein Mann wegen Mordes verurteilt, der einen Taxi-Passagier totgerast hatte. Der Täter war auf der Flucht vor der Polizei mit bis zu 155 Kilometern pro Stunde absichtlich auf die Gegenfahrbahn gefahren. Das Landgericht nahm an, dass ihm das Leben Anderer und sein eigenes Leben gleichgültig waren.

>> Hintergrund: Raser streamt seine Fahrt live bei Facebook – und tötet Oma, schwangere Frau und Kind <<

Quelle: dpa