Foto: Pe3k/shutterstock
Foto: Pe3k/shutterstock

Es ist eine Nachricht, die zunächst für viel Erstaunen sorgt. Pornhub hat auf einen Schlag Millionen Videos von der eigenen Seite gelöscht. Dahinter stecken neue Richtlinie des Portals, durch die nur noch verifizierte Accounts aufrufbar sein sollen.

In den vergangenen Tagen erschien auf der Startseite der weltweit größten Porno-Seite Pornhub eine Mitteilung, bei der es um neue Richtlinien ging. Diese dürften die allermeisten Nutzer ignoriert haben – denn um zu lesen, geht man auf solche Seiten nicht.

Nun wurde aber umgesetzt, was in dieser Mitteilung bekanntgegeben wurde: Auf einen Schlag wurden etwa 8,8 Millionen Videos von der Seite gelöscht – eine Veränderung, die für jeden Besucher spürbar sein dürfte.

>> Mia Khalifa spricht über Morddrohungen und verrät, was sie mit ihren Pornos verdient hat <<

Dabei handelt es sich um Aufnahmen, deren Herkunft und Urheberrechtslage von den Betreibern „MindGeek“ nicht verifiziert werden konnte. Das betrifft in erster Linie Filme, die von privaten Users, nicht von Darstellern oder Produktionsfirmen, hochgeladen wurden.

Damit soll künftig bei allem, was man sich auf Pornhub anschauen kann, ohne Zweifel geklärt werden, um wessen Material es sich handelt. Dies kann der Betreiber über die Verifizierung feststellen.

Twitter

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden. Ich kann die Einbettung solcher Inhalte auch über die Datenschutzseite blockieren.

Inhalt laden

In einer Mitteilung auf der Website spricht Pornhub offen an, was sie zu diesem Schritt bewogen hat. Es geht in erster Linie darum, dass keine Inhalte von verbotenen Handlungen wie Kindesmissbrauch auf die Seite gelangen können: „In den vergangenen drei Jahren hat Facebook in 84 Millionen Fällen gemeldet, dass sexuelle Handlungen gegen Kinder auf ihrer Plattform gelandet sind. In demselben Zeitraum wurden von der unabhängigen ‚Internet Watch Foundation‘ 118 Fälle auf Pornhub erkannt. Das sind aber immer noch 118 zu viel, deswegen leiten wir die notwendigen Schritte ein.“

Unter Druck gesetzt wurde „MindGeek“ dabei von der Ankündigung seitens Visa und MasterCard. Nachdem es einen Bericht der „New York Times“ über die illegalen Inhalte auf Pornhub gab, kündigten beide Unternehmen Untersuchungen an und legten die Zusammenarbeit mit „MindGeek“ auf Eis.

>> Pornostars: Diese 25 deutschen Darstellerinnen müsst ihr unbedingt kennen! <<

So sind nach aktuellem Stand keine Zahlungen mehr an Pornhub über die Finanzdienstleister möglich. Bei allen Paid-Inhalten, die Pornhub an Nutzer verkauft werden, fielen so zwei Kern-Abrechnungsmöglichkeiten weg, sollte die Zusammenarbeit nicht wieder aufgenommen werden.

Die Reaktion auf diese Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten, nun hat Pornhub Veränderungen nicht nur angekündigt, sondern auch gleich in die Tat umgesetzt. Aktuell gibt es bei den betroffenen Videos den Hinweis „Video has been flagged for verification in accordance with our trust an safety policy“ („Das Video wurde gemäß unseren Richtlinien für Vertrauen und Sicherheit zur Überprüfung markiert“).

>> Diskriminierung? Tauber Mann verklagt Pornoseiten wegen fehlender Untertitel <<

Unter der Mitteilung auf der Pornhub-Seite beschweren sich zahlreiche Nutzer, die selbst eigenes Videomaterial hochgeladen haben, dass auch ihre Videos gelöscht wurden, obwohl sie verifiziert sind. Aktuell ist noch nicht klar, ob Pornhub darauf in den kommenden Tagen und Wochen reagiert – möglich ist natürlich, dass einige der aktuell gelöschten Videos künftig doch wieder zugelassen werden.