Polizist erschießt Mann nach Popcorn-Streit im Kino – eine Strafe gibt es aber nicht

Einen Mann im Kino erschossen und das wegen eines Popcorn-Streits – gibt es dafür aber eine Strafe? Für diesen Polizisten im Ruhestand nicht!
Curtis Reeves
Der ehemalige Polizeikapitän Curtis Reeves verlässt das Gericht. Foto: Douglas R. Clifford/AP
Curtis Reeves
Der ehemalige Polizeikapitän Curtis Reeves verlässt das Gericht. Foto: Douglas R. Clifford/AP

Als der ehemalige Polizei-Präsident und ehemalige SWAT-Kommandant Curtis Reeves mit seiner Familie ins Kino ging, vermutete er wahrscheinlich noch nicht, dass er an diesem Abend das Leben eines Mannes beenden würde. Aber vor ihm saß Chad Oulson im Kino, ein 43 Jahre alter Familienvater, der mit seiner Frau ebenfalls ein paar ruhige Stunden genießen wollte.

Während der Vorschau schrieb Oulson noch eine SMS an die Babysitterin, wohl um zu fragen, ob alles in Ordnung sei. Das aber brachte den 71 Jahre alten Polizisten im Ruhestand dermaßen auf die Palme, dass er Oulson kurzerhand beim Personal anschwärzte. Dies teilte Reeves seinem Vordermann auch mit, woraufhin ein hitziges Wortgefecht entbrannte.

Im Laufe dieses Gefechtes, das sich 2014 ereignete, soll Oulsen seinem Gegenüber dann eine Tüte Popcorn ins Gesicht geworfen haben, woraufhin Reeves seine Waffe zog und aus kürzester Distanz abdrückte. Oulsons Frau Nicole wollte die Streithähne gerade noch trennen und hatte zu jenem Zeitpunkt ihre Hand auf der Brust ihres Mannes, doch es war zu spät.

Zeugen widersprechen Aussagen des Angeklagten

Oulson wurde direkt in die Brust getroffen, wo die Kugel seine Lunge und sein Herz durchbohrte. Auch Nicole Oulson wurde am Finger verletzt, der ihr durch den Schuss fast abgerissen wurde. Reeves wurde wegen Mordes und schwerer Körperverletzung angeklagt.

Bei den Aussagen gab Reeves im Nachhinein an, dass er „mit einem unbekannten Gegenstand ins Gesicht gestochen“ wurde. Daraufhin habe er seine Waffe gezogen, weil er Angst hatte, angegriffen zu werden. Das berichtete die „Tampa Bay Times“. Zeugen jedoch konnten das nicht bestätigen.

Erleichterung über das Urteil beim Freigesprochenen

Weiter behauptete Reeves, dass Oulson ihm gegenüber aggressiv gewesen sein soll und ein Handy nach ihm geworfen habe. Auch das konnte von Zeugen nicht bestätigt werden. „Ich wollte niemanden erschießen. Ich bin mit meiner Familie ins Kino gegangen, um einen Film zu genießen, und nicht, um von einem Typen angegriffen zu werden, der außer Kontrolle geraten war“, erklärte er weiter.

Am Ende mussten sechs Geschworene – vier Männer und zwei Frauen – entscheiden, ob Reeves sich eines Mordes schuldig gemacht, oder ob er sich nur verteidigt hatte. Am Ende entschieden die Geschworenen nach dreieinhalb Stunden zu Gunsten des Angeklagten. Es handelte sich demnach um gerechtfertigte Selbstverteidigung.

Nach dem Urteil war Reeves entsprechend erleichtert und erklärte: „Das ist großartig. Es waren lange acht Jahre. Ich konnte es nicht erwarten, dass es vorbei ist.“ Allerdings zeigte er sich auch nach wie vor betroffen von den Geschehnissen. „Es war ein trauriger Tag für alle auf beiden Seiten. Das hätte nie passieren dürfen. Ich wollte nie, dass es passiert.“ Nun aber bleibt er ein freier Mann.

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