Jen Andonian und Matt Shearer, zwei Epidemiologen aus den USA hatten sich schon lange auf ihre Hochzeit gefreut. Das sich rasch verbreitende Coronavirus machte ihnen allerdings zunächst einen Strich durch die Rechnung – bis Arbeitskollegen der Braut auf eine verrückte Idee kamen.

Jen Andonian und Matt Shearer sind Epidemiologen. Ein Berufsstand, der in Zeiten der Coronavirus-Krise in aller Munde ist, schließlich beschäftigt sich eben jener mit der Verbreitung von Erregern und den von ihnen verursachten Krankheiten.

Jen und Matt war damit auch von Berufs wegen schnell klar, dass ihre für den 20. März angedachte Hochzeit nicht wie geplant stattfinden konnte. Beide leben in Cambridge, Jen arbeitet im nahegelegenen Massachusetts General Hospital in Boston, während Matt im Home Office für die Johns Hopkins Universität tätig ist – übrigens nicht erst seit dem Ausbruch des Virus.

Ihre Hochzeit wollten beide eigentlich in Ann Arbor (Michigan) feiern, wo sie sich in ihrer Studienzeit kennengelernt hatten. Sechs Tage vor der Hochzeit entschieden sich Jen und Matt jedoch alles abzusagen. Angesichts der Situation rund um das sich ausbreitende Virus die einzig vernünftige Entscheidung: „Wir haben viel darüber gesprochen und waren der Meinung, wir sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Trotzdem war es hart“, erzählte Jen „The Boston Globe“.

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Als sie ihren Kollegen im Krankenhaus von der Absage erzählte, fragte einer zunächst im Spaß: „Warum heiratet ihr nicht hier im Krankenhaus?“ Aus dieser Spinnerei wurde tatsächlich Realität. In den Pausen ihrer 12-Stunden-Schichten planten Jens Kollegen die Trauung. Die Krankenschwester Eileen Searle besorgte sogar sich kurzerhand eine Bescheinigung zur Durchführung von Trauungen.

Und auch der Krankenhaus-Chef segnete die Feier ab, stellte allerdings die Bedingung auf, dass nur zehn Personen gleichzeitig anwesend sein dürfen. Unter dem engstem Arbeitskollegenkreis der 30-Jährigen führte ihre erwähnte Eileen die Trauung am Freitag durch.

Dabei trugen alle anwesenden Personen Schutzmaske und auch auf die Einhaltung des gebotenen Mindestabstands wurde geachtet. „Das mag nicht die Hochzeit sein, die ihr wolltet, aber das ist definitiv die Hochzeit, die dieses Krankenhaus brauchte“, sagte Eileen bei ihrer Rede und bezog sich damit auf den stressigen Alltag, den das Personal im Krankenhaus zurzeit durchlebt: „Danke!“

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Nachdem sich das Epidemiologen-Paar das Ja-Wort gab und ihre Ringe austauschte, sagte Eileen, dass das frisch vermählte Paar sich nun mit dem Ellenbogen berühren dürfe. Beide machten den Spaß mit, aber auch einen richtigen Kuss gab es noch.

„Wer hätte gedacht, dass wir das heute hier machen?“, fragte Jen in die Runde und dankte ihren Kollegen, die applaudierten und fleißig Schnappschüsse mit ihren Smartphones machten.

Am Abend blieben Jen und der sechs Jahre ältere Matt zu Hause, kochten gemeinsam in ihrer Wohnung und trafen sich in einer Videokonferenz immerhin virtuell mit Freunden und Familie. Eine rauschende Hochzeitsparty blieb den beiden vorerst verwehrt. Dafür sorgen Jen und Matt mit ihrer Geschichte nun weltweit für Schlagzeilen. Und das kann nun wahrlich nicht jedes Ehepaar von sich behaupten.