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Foto: AP Photo/Tali Arbel

Das Webportal „OnlyFans“ will ab Oktober pornografische Inhalte aus seinem Programm nehmen. Wer sich jetzt fragt, was dort künftig denn noch zu sehen sein wird: Nacktfotos im Einklang mit den Richtlinien sollen weiterhin erlaubt sein.

Das gab das Unternehmen bekannt. Nutzern der Plattform sei es dann verboten, Fotos und Videos zu veröffentlichen, die „sexuell explizites Verhalten“ zeigen.

„Um die langfristige Nachhaltigkeit der Plattform zu gewährleisten und weiterhin eine integrative Community von Creatorn und Fans zu beherbergen, müssen wir unsere Inhaltsrichtlinien weiterentwickeln“, begründet „OnlyFans“ den Schritt.

Passiert der Schritt freiwillig?

Ob der Schritt ganz freiwillig vollzogen wird, wird nicht klar. Schließlich heißt es in dem Statement des Unternehmens auch: „Diese Veränderungen sollen den Wünschen unserer Bankpartner und Zahlungsanbieter entsprechen.“

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„OnlyFans“ hat nach eigenen Angaben mehr als 130 Millionen Nutzer. Laut „Guardian“ hat das Unternehmen 2020 den Inhalteherstellern mehr als zwei Milliarden US-Dollar ausgezahlt. „OnlyFans“ hält 20 Prozent als Provision für Zahlungen über die Plattform ein. Der Löwenanteil wird hier mit pornografischem Material erzielt.

Auf Social Media reagierten Nutzer mit Humor auf die Ankündigung. Ein User twitterte: „Das ist wie ein Strip Club, der sich künftig auf Chicken Wings konzentrieren will.“

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Um neue Geldgeber zu gewinnen, will sich „OnlyFans“ jetzt aber vom Schmuddelimage verabschieden – und neue Geschäftsfelder erschließen. Noch können aber Nacktfotos hochgeladen und verbreitet werden. Wie lange es noch möglich sein wird, sich Nacktbilder auf „OnlyFans“ anzuschauen, bleibt fraglich.

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Immer mehr Persönlichkeiten aus dem Internet, vor allem aus dem Bereich Livestreaming und Erotik, nutzen derzeit den noch schlüpfrigen Dienst, um zahlenden Abonnenten dort exklusive Inhalte zur Verfügung zu stellen. Auch von vielen Pornodarstellern wird die Plattform genutzt. Einerseits, weil andere Plattformen wie TikTok und Facebook diese Inhalte rigoros aussperren, andererseits, weil es eine lukrative Einnahmequelle ist. Ab Oktober ändert sich das zumindest teilweise.

Die BBC hatte in mehreren Recherchen zuvor jedoch auch Vorwürfe gegen Onlyfans erhoben: Demnach sollen auf der Plattform immer wieder illegale Inhalte hochgeladen worden sein. Die entsprechenden Accounts seien teilweise erst nach mehrfachen Ermahnungen geschlossen worden, so die britische Rundfunkanstalt.

Unter anderem sollen auch immer wieder Minderjährige Fotos gegen Geld auf der Plattform angeboten haben. Onlyfans wehrte sich gegen die Vorwürfe und teilte mit, man toleriere keine Verstöße gegen die Richtlinien und Systeme, die Altersverifikation übertreffe alle globalen Standards.