Obdachlosen wird Unterkunft angeboten – wenn sie sich impfen lassen

Wenn ihr euch impfen lasst, bekommt ihr eine Unterkunft – das ist nun das Motto für Obdachlose, die im Winter auf den Straßen leben.
Foto: Steve Lovegrove/Shutterstock.com (Symbolbild)
Foto: Steve Lovegrove/Shutterstock.com (Symbolbild)

Zweifelsohne sind die Wintermonate die schwersten für Obdachlosen. Sie haben mit der Kälte, Wind und häufig mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu kämpfen – ohne ein eigenes Dach über dem Kopf zu haben. Nun wird Obdachlosen ein Angebot gemacht – sie sollen eine Unterkunft bekommen, sobald sie sich gegen Corona impfen lassen haben.

In den vergangenen Wochen wurde Großbritannien schwer von der Omikron-Variante des Coronavirus getroffen – die Infektionszahlen explodierten. Ähnlich wie in Deutschland wird deswegen nun die Kampagne für die Booster-Impfung intensiv vorangetrieben. Jede Person, die geimpft werden kann, soll nach Ansatz der verantwortlichen Personen schnellstmöglich geimpft werden – am besten dreimal.

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Corona-Impfung mit Unterkunft für Obdachlose verbunden

Wie die englische Tageszeitung „Daily Telegraph“ berichtet, ist aber gerade bei Obdachlosen die Impfquote gering. Einer Statistik aus dem August zufolge war nur ein Drittel der Personen, die obdachlos sind, überhaupt gegen Corona geimpft. Nun will die Regierung das Problem angehen – Unterkunft für Corona-Geimpfte ist dabei das Motto.

Denn es wurden umgerechnet über 30 Millionen Euro bereitgestellt, um den Obdachlosen Unterkünfte in diesem Winter zur Verfügung zu stellen. Besonders sollen diese zum Schutz der frisch Geimpften dienen. Durch die Unterkunft sollen Obdachlose nach ihren Impfungen besser mit möglichen Impfreaktionen zurechtkommen und nicht noch die Kälte als zusätzliche Gefahrenquelle ertragen müssen.

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Obdachlose bekommen aber nur kurzfristig Hilfe

Professor Jim McManus, Präsident der Gesundheitsverbundes in Großbritannien, begrüßt den Schritt: „Es ist wichtig, die Personen von der Straße zu bekommen, wenn sie geimpft wurden – falls sie eine grippeähnliche Reaktion haben sollten. Mit allen Mitteln versuchen zu müssen, sich überhaupt warm zu halten, wenn man gerade geimpft wurde, und dann trotzdem im Kalten zu schlafen, das ist schlimm.“

Dazu sollen die Gemeinden nun die Obdachlosen ausfindig machen und sie in speziellen Unterkünften oder in Hotels unterbringen. Laut McManus sei das Ziel, „jeden Obdachlosen zu finden, ihm essen zu geben und ihm eine Impfung anzubieten“. Dabei ginge es allerdings nicht darum, auch langfristig für eine Unterkunft zu sorgen. Für die Betroffenen ist es also nur eine kurzzeitige Verbesserung ihrer Lage. Ähnlich kurzfristig war bereits die Hilfe für rund 14.000 Obdachlose, die im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 in leerstehenden Hotels untergebracht wurden. Nachdem dieser Lockdown dann rund drei Monate später aufgehoben wurde, mussten sie zurück auf die Straße.

Wut über die Entscheidung ist groß

Während sicherlich grundsätzlich keiner etwas dagegen hat, dass Bedürftigen geholfen wird, gibt es Kritik an der Art und Weise der Hilfe. „Sollten wir nicht allen Obdachlosen helfen und ihnen eine Unterkunft ermöglichen, unabhängig von ihrem Impfstatus?“, das schreibt etwa ein Twitter-User.

Dazu gab es auf Social Media noch eine Abstimmung, ob es in Ordnung sei, dass es eine Bedingung für Obdachlose sein sollte, dass die geimpft sind, um eine Unterkunft zu bekommen. Die Antwort bei 132 Stimmen ist klar – 96,2 Prozent der Abstimmenden sagen, das sei nicht in Ordnung.