Foto: Shutterstock/Kleber Cordeiro
Foto: Shutterstock/Kleber Cordeiro

Gerade für das Oktoberfest reisen Menschenmassen aus der ganzen Welt nach Deutschland und erleben – mehr oder weniger – deutsche Eigenarten und Kulturgüter. Auf „reddit“ sorgt nun ein Bild eines Speibeckens auf den Wiesn für Diskussionen, viele internationale Nutzer bringt die Konstruktion zum Schmunzeln.

Auf der Internet-Plattform sieht man ein weißes Becken und einen Abfluss, zwei Griffe und ein Wasserhahn. Ein User kommentiert: „Eine zivilisierte Art mit unzivilisierten Menschen umzugehen.“ Darüber, wie viele Oktoberfest-Besucher – egal, ob Einheimische oder Touristen – nach einigen Maß Bier den „Pabst“ dennoch mit den Pissoirs verwechselt haben, lässt sich nur vermuten.

Die lebhafte Diskussion über Nutzen und Aussehen des Beckens hat aber dazu angeregt, sich zu fragen, wie häufig die Speibecken außerhalb der Zahnarztpraxen dieses Landes verwendet werden.

Ein „Pabst“ im Rheinland ist in diesem Blog über Düsseldorf zu sehen: Ein Becken neben der Waschmöglichkeit im Füchschen in Düsseldorf wird da gezeigt. Immerhin ist in der Brauerei zwischen den beiden Becken noch eine Wand, sodass zumindest Augenkontakt vermieden werden kann.

In einem weiteren Blog berichtet ein Amerikaner von seinem ersten Erlebnis mit dem Speibecken und wie er etwas verwundert in der Bar nachfragte, was denn die Konstruktion auf der Toilette sei – das sorgte bei den Einheimischen für Gelächter.

Auch in Westfalen sind solche Becken noch in einigen Etablissements zu finden – dort scheint der „Pabst“ allerdings langsam auszusterben. Gegenüber den „Neuen Westfälischen“ erklärte Wirt Carsten Nobse Hüber: „Wenn wir es ernst rüberbringen, kann man jungen Leuten erzählen, es sei ein spezielles Behinderten-Klo.“ Besonders die Jugend scheint mit der Konstruktion nicht mehr vertraut zu sein.

Mit der katholischen Kirche haben die „Päbste“ allerdings nicht zu tun: Ursprung des Begriffes ist das lateinische Verb pabere, was spucken oder speien bedeutet. Mit der Verwendung des Wortes trifft man Franziskus also nicht zu nah.

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