Entwarnung nach Notruf-Störung – Ursache war neue Software

In mehreren deutschen Bundesländern sind am Dienstagmorgen die Notrufnummern 110 und 112 ausgefallen. Auch in Köln kam es zu Störungen. Ursache ist laut Telekom wohl die Aufspielung einer neuen Software.
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Foto: Friso Gentsch/dpa

Die Ursache für den etwa 70 minütigen bundesweiten Ausfall der Notrufnummern 110 und 112 von Polizei und Feuerwehr am frühen Donnerstagmorgen war laut Telekom die „Einbringung einer neuen Software“. Wie das Unternehmen am Mittag in Bonn auf Anfrage mitteilte, kam es um 4.30 Uhr bei Routine-Wartungsarbeiten zu einer Störung der Erreichbarkeit der Notruf-Leitstellen in verschiedenen Regionen Deutschlands. Um 5.40 Uhr seien alle Leitstellen wieder uneingeschränkt erreichbar gewesen, hieß es weiter.

„Ursächlich für die Störung war vermutlich die Einbringung einer neuen Software, die zuvor ausführlich getestet worden war und keinerlei Auffälligkeiten gezeigt hatte. Einen Hackerangriff können wir aktuell ausschließen“, teilte ein Telekom-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. „Die detaillierte Analyse dauert an.“

Hinweise auf einen Cyberangriff lagen auch dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nicht vor. Die Telekom habe die Störung gemäß den gesetzlichen Bestimmungen dem BSI und der Bundesnetzagentur gemeldet.

Ursachen zunächst unklar

In mehreren Bundesländern sind am Donnerstagmorgen die Notrufnummern 110 und 112 von Polizei und Feuerwehr ausgefallen. Warnmitteilungen gab es unter anderem aus Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Die Ursache blieb zunächst unbekannt.

Die Polizei in Berlin teilte mit, Bürgerinnen und Bürger in Not sollten sich an die örtlichen Polizeiabschnitte wenden oder das Bürgertelefon unter 030 46644664 anrufen. An einer Lösung werde mit Hochdruck gearbeitet. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Ein Sprecher des Innenministeriums in Baden-Württemberg teilte am frühen Morgen ebenfalls mit, dass die Ursache der Störung noch unklar sei. Unbekannt sei auch, wann sie wieder behoben sein werde. Das Innenministerium bat die Menschen im Südwesten, bei Notfällen die örtlichen Polizeidienststellen anzurufen.

Aus dem Lagezentrum der Landesregierung Sachsen-Anhalt hieß es, Polizei und Rettungsdienste seien weder über das Mobil- noch über das Festnetz erreichbar. An der Störungsbeseitigung werde gearbeitet. Im Notfall seien Polizei und Feuerwehr an ihren Standorten erreichbar.

Köln: Großflächiger Ausfall von Strom, Trinkwasser und Telefonnetz

Auch in Köln kam es am frühen Dienstagmorgen zu Störungen der Notrufnummern. Dazu wurde ein großflächiger Strom- und Trinkwasserausfall gemeldet. Über die NINA-App wurden der Bevölkerung entsprechende Warnungen ausgesprochen. Inzwischen sind laut der Feuerwehr Köln sämtliche Störungen, die die Notrufnummern 110 und 112 betreffen, behoben.

Notruf ausgefallen: Entwarnung aus den meisten betroffenen Regionen

Es kamen am Morgen aber auch schon erste Entwarnungen: In den Kreisen Kiel, Rendsburg-Eckernförde und Plön in Schleswig-Holstein waren der Notruf 110 und 112 telefonisch wieder erreichbar. Auch in Berlin sei die 110 wieder erreichbar.

In Baden-Württemberg waren die Notrufnummern 110 und 112 am Donnerstagmorgen größtenteils wieder erreichbar. Aus Niedersachsen wurden ebenfalls Entwarnungen für beide Nummern gemeldet. Das gilt ebenfalls für Mecklenburg-Vorpommern – dort war in den Landkreisen Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim sowie der Stadt Schwerin die 112 ebenfalls ausgefallen.

Auch in den Kreisen Kiel, Rendsburg-Eckernförde und Plön in Schleswig-Holstein waren der Notruf 110 und 112 telefonisch wieder erreichbar.

dpa