Foto: Instagram / jana_craemer_dmad1r
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Dass sie einmal eine selbstbewusste Frau sein würde, die vor guter Laune nur so strotzt, hätte Jana Crämer vor drei Jahren wohl niemals gedacht – damals brachte sie 180 Kilogramm auf die Waage. Heute sind es 100 weniger, doch einen Mann hat die 36-Jährige noch immer nicht an ihrer Seite.

Und dass sich das ändert scheint unwahrscheinlich, denn Crämer glaubt nicht an die Liebe. Die Frau, die noch nie geküsst wurde, geschweige denn Sex hatte, erklärte „Bild„: „Während meine Freundinnen anfangen, Familien zu gründen oder verzweifelt auf der Suche nach der großen Liebe sind, bin ich froh, dass niemand da ist, wenn ich nach Hause komme. […] Und ich habe keine Lust, wertvolle Zeit an jemanden zu verschwenden, der dann doch irgendwann geht. Was ich nicht beginne, kann niemand anderes beenden.“

 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Jana Crämer (@jana_craemer_dmad1r) am Jan 19, 2018 um 1:03 PST

Im Gespräch mit dem Blatt wird klar: Die Frau, deren Debütroman „Das Mädchen aus der 1. Reihe: Unzensiert“ am 11. März erschien, steht sich selbst im Weg. Einerseits baue sie sich Luftschlösser, denen die Realität nicht gerecht werden könne, andererseits könne sie nicht verstehen, wie ein Mann sie attraktiv finden könne: „Ab dem Moment, wenn sich ein Mann für mich als Frau interessiert, hat er in meinen Augen keinen Geschmack. Und wenn jemand so einen schlechten Geschmack hat, interessiert er mich nicht mehr.“

Crämer möge zwar ihren Körper nicht, dafür aber ihr Leben umso mehr. Und bei ihrem vollgepackten Terminkalender würde ein Partner nur Zeit kosten, „die ich wesentlich sinnvoller nutzen kann“. Dass sie damit nicht unbedingt der Norm entspricht, stört sie nicht. „[…] warum sollte ich versuchen, diesem gesellschaftlichen Bild zu entsprechen, wenn sich in mir alles dagegen sträubt? Ich genieße es, rund um die Uhr zu arbeiten, mich mit niemandem abstimmen zu müssen und mein 1,60 x 2,00 Meter Bett ganz für mich allein zu haben“, sagt die Autorin.

 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Jana Crämer (@jana_craemer_dmad1r) am Jan 27, 2018 um 11:03 PST

Lust auf Sex hätte sie hingegen schon, denn dazu bedarf es in ihren Augen keiner Liebe. Doch auch das könnte Crämer nicht ertragen: „Ich finde es ja schon widerlich, wenn ich mich unter der Dusche einseife. Diese labbrigen Hautlappen, die hängenden Brüste und die von tiefen Rissen durchfurchte Haut, besonders am Bauch. Ich kann meinen Körper ja selbst kaum ertragen, da es ist es für mich absolut undenkbar, von jemandem berührt zu werden.“ An den meisten Tagen fühle sie sich fremd im eigenen Körper.

Und sie geht sogar noch weiter. Als sie auf einer Party das erste Mal das Wort „un-fuckable“ hörte und danach googelte, habe sie ihre tiefsten Gefühle „endlich“ in Worte fassen können: „Du hast es nicht verdient, gefickt zu werden. – Du fettes, hässliches Stück Scheiße.“

Wenngleich diese Worte noch immer durch den Kopf der 36-Jährigen hallen, werden sie leiser. „Gut, ich verpasse vielleicht Schmetterlinge im Bauch und sicher sind multiple Orgasmen was ganz Wunderbares, aber ich allein entscheide, wann ich dafür bereit bin. Und ich lasse mich da von keiner inneren Uhr oder sonst wem hetzen“, sagt Crämer.

Weil sie sich derzeit in Therapie befinde, stünde ein ausgefülltes Sexleben auf ihrer Liste weit hinten. „Viel mehr wünsche ich mir, dass ich aufhöre, mich ständig mit anderen zu vergleichen. Ich möchte mein Leben nicht als Wettkampf, Challenge oder Kampf empfinden. Ich möchte Frieden schließen, mit mir und irgendwann hoffentlich auch mit meinem Körper.“

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