Neue Corona-Tests mit dem Smartphone: PCR adé und Ergebnis bald schon in 25 Minuten?

Helfen Smartphones bald dabei, Corona-Infektionen zu erkennen? Eine neue Testmethode könnte vieles leichter machen.
Junge mit Smartphone in der Hand -Teenager mit Handy
Smartphones – unser Begleiter Tag und Nacht. Foto: Shutterstock/carballo
Junge mit Smartphone in der Hand -Teenager mit Handy
Smartphones – unser Begleiter Tag und Nacht. Foto: Shutterstock/carballo

Die Kapazitäten für PCR-Tests kommen in Deutschland zunehmend an ihre Grenzen. Allerdings gilt diese Testmethode immer noch als Goldstandard und ist der Weg, mit dem Gesundheitsämter Corona-Infektionen nachweisen. Wird PCR aber bald ersetzt durch eine Technologie, bei der Smartphones eine wichtige Rolle spielen?

In der Wissenschaftsdatenbank „Jama Network“ wurde Ende Januar von Wissenschaftlern der University of California in Santa Barbara (USA) eine neue Corona-Testmethode vorgestellt. Es handelt sich dabei sogenannte Smart-Lamp (also zu deutsch die „schlaue Lampe“). Durch sie soll es künftig möglich sein, ein ähnlich genaues Ergebnis beim Corona-Tests wie bei PCR-Tests zu erhalten. Das soll aber ganz ohne Labore und lange Wartezeiten geben.

PCR-Tests ersetzt – in 25 Minuten und für sechs Euro?

Stattdessen stehen im Kontext der Smart-Lamp-Testung zwei Aspekte im Vordergrund: Eine wichtige Rolle spielt eine Smartphone-App, die soll erkennen, ob ein Test positiv oder negativ war. Darüber hinaus soll die Auswertung der Probe, die beim Corona-Test abgegeben wird, in nur 25 Minuten ausgewertet sein, Bei PCR-Tests sind aktuell Wartezeiten von mehreren Tagen nicht unüblich.

Die Wissenschaftler, die hinter der Technologie stehen, erhoffen sich so ein „kostengünstiges, schnelles, sensitives und zuverlässiges“ System. Aber wie funktioniert der Test? Neben dem Smartphone benötigt es auch ein Test-Kit – ähnlich wie es sie bei Schnelltests für zuhause gibt. Ähnlich wie bei den Corona-Spucktests wird zum Testen Speichel des Getesteten benötigt.

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Nachdem die Speichel in ein Bestandteil des Test-Kits eingeführt wurde, kommt eine gebräuchliche Herdplatte zum Einsatz. Darüber liegt eine Box, die mit LEDs ausgestattet wurde, und den Test ausleuchtet. Im Gegensatz zur PCR-Methode muss die Test-Flüssigkeit nicht mehrfach erhitzt und auf eine kühlere Temperatur gebracht werden, um zum Ergebnis zu kommen. Bei der Smart-Lamp-Methode muss die Probe konstant auf einer Temperatur gehalten werden.

Smartphone-App spielt wichtige Rolle

Nach 25 Minuten soll dann mittels einer Smartphone-App sichtbar werden, ob eine Corona-Infektion in der ausgewerteten Speichel des Getesteten nachgewiesen werden konnte. Dabei kommt eine speziell dafür entwickelte App und die Kamera des Smartphones zum Einsatz. Ein solches Test-Kit soll den Forschern zufolge nur rund sechs Euro kosten, damit läge der Preis deutlich unter dem eines PCR-Tests.

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Die ersten Tests machen den Wissenschaftlern Hoffnung. Unter anderem wurden die Tests bei 50 Personen angewandt, die mit Corona-Symptomen ein Krankenhaus aufsuchten. Sie wurden allesamt mit der neuen als auch mit der PCR-Methode getestet – das Ergebnis war bei beiden identisch. 20 Personen waren in beiden Fällen positiv, bei 30 Personen wurde das Virus nicht angewiesen.

Auch schlechter ausgestattete Ländern sollen profitieren

Die Forscher hoffen dabei, dass nicht nur die Testmöglichkeiten für jedermann vereinfacht werden können, sondern auch medizinisches Personal in Ländern mit schlechterer Ausstattung an Laboren und anderen Einrichtungen so bessere Kontrollmöglichkeiten haben könnte. Bisher konnte nachgewiesen werden, dass die Testmethode bei fünf Corona-Varianten funktioniert.

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Die Wissenschaftler sind hoffnungsvoll, dass das auch auf Omikron zutrifft. Das muss allerdings aktuell noch untersucht und nachgewiesen werden. Die Smartphones-App steht den Forschern zufolge schon bereit – wann allerdings die komplette Testmethode an den Start geht, ist noch nicht bekannt.