Getötete Nathalie M. - Prozess wegen Totschlags beginnt
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Das Verbrechen hat im vergangenen Jahr bundesweit für Schlagzeilen und Aufsehen gesorgt. Eine junge Frau aus Nordfriesland verschwand am helllichten Tag, zwei Wochen später wurde ihre Leiche verscharrt in einem Ort nahe der dänischen Grenze gefunden.

Ein 47 Jahre alter Mann soll die 23 Jahre alte Nathalie M. aus Stadum getötet haben. Am Donnerstag hat der Totschlagsprozess gegen den angeklagten Deutschen am Landgericht Flensburg begonnen.

Verhandelt wird an diesem ersten Prozesstag nicht in Flensburg, sondern im großen Saal sechs des Oberverwaltungsgerichts in Schleswig. Hier tagt die Erste Große Strafkammer des Landgerichts aus Infektionsschutzgründen. Die Prozessbeteiligten tragen alle einen Mund-Nasen-Schutz.

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Die Staatsanwaltschaft wirft dem 47-Jährigen vor, am 17. August 2019 mit der jungen Frau zu einem abgelegenen Waldweg in Schafflund gefahren zu sein und sie dort getötet zu haben. Zwei Tage zuvor soll er Nathalie M. über eine Datingplattform für käuflichen Sex kontaktiert und sich mit ihr verabredet haben.

Zum Tathergang sowie zum möglichen Motiv des Angeklagten ist bisher nichts bekannt. Auch die Todesursache ist ungeklärt. Der Mann, der seit August in Untersuchungshaft sitzt, schweigt zu den Vorwürfen und will sich nach Angaben seines Verteidigers auch später nicht dazu äußern.

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Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte einen Elektroschocker gegen Nathalie M. einsetzte oder sie damit bedrohte. Nach der Tat soll der damals 46-Jährige in der Nähe des Waldwegs die Ausweisdokumente entsorgt und die Getötete in der Nähe des wenige Kilometer entfernten Orts Süderlügum verscharrt haben. Hier wurde zwei Wochen später der Hund eines Spaziergängers auf den abgedeckten Leichnam aufmerksam.

Bereits zwei Tage vor dem Fund der Leiche war der Hof des Mannes in einem kleinen Dorf nahe der dänischen Grenze durchsucht worden. Der Mann kam wegen des dringenden Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft.

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Der Freund der Getöteten sagte am Donnerstag als Zeuge aus, dass er die letzte Nachricht von Nathalie am Mittag des Tages ihres Verschwindens erhalten habe. Er selbst sei zu der Zeit auf einem Lehrgang des Bundeswehr in Rheinland-Pfalz gewesen. Auf seine Nachrichten habe sie sich nicht mehr gemeldet. Daher habe er sich Sorgen gemacht und sei am nächsten Tag zurück nach Nordfriesland gefahren.

Er beschrieb seine Freundin, die er seit März kannte und mit der er seit einigen Monaten zusammenlebte, als einfühlsamen Menschen. Er wusste seinen Angaben zufolge zwar, dass sie neben ihrem Job als Kellnerin in einer Art Call-Center arbeitete und dort Kunden zu kostenpflichtigen intimen Chats animierte allerdings ohne diese zu treffen. Dass sie sich über eine weitere Webseite als Prostituierte verdingte, habe er nicht gewusst.

Quelle: dpa