Mundschutz
Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Es fehlen wichtige nonverbale Signale, wenn Mund, Nase und Wangen bedeckt sind. Wie man Missverstände vermeidet? Dafür gibt es einen Weg.

Schutzmasken, die wegen der Corona-Pandemie Pflicht wurden, nahmen den Menschen einen wichtigen Teil der spontanen Interaktion. Das Lächeln wird nicht mehr gesehen und kann auch nicht mehr erwidert werden.

Mundschutz: Tipps und Unterschiede – das solltet ihr bei der Schutzmaske beachten

Durch die Maske fehlen wichtige visuelle Signale, auf der die Kommunikation zwischen Menschen schon seit Jahrtausenden beruht. Die Wirtschaftsberaterin Christie Cawley aus Pittsburgh sagt, dass die Maske wie eine Blockade wirkt. „Sie ist eine Hürde für die Kommunikation.“ Es sei schwer zu ermitteln, ob der Gesprächspartner ehrlich lächele oder vielleicht ironisch. „Ein ganzer Kommunikationskanal, über den wir von Natur aus verfügen, ist getrübt, ein wenig heruntergedreht.“

Sollten Kinder auch eine Schutzmaske tragen? Das sagt der Ärzteverband

„Unser Geist richtet sich auf das Gesicht aus wie ein Schmetterling auf eine Blume, denn es verschafft uns eine unbezahlbare Informationsfülle“, hieß es bereits 1998 im Buch „The Face“ von Daniel McNeill schon 1998 über die Bedeutung des menschlichen Antlitz’ in der Geschichte des Menschen. Im Zuge der Coronavirus-Krise geht nun die Hälfte dieser Information verloren.

„Verschiedene Arten von Lächeln führen zu einer Wahrnehmung von Wärme, Kompetenz, Vertrauenswürdigkeit, Attraktivität und so weiter“, meint Fan Liu, Dozentin an der Adelphi University, die im Bereich der nonverbalen Kommunikation forscht. „Diese Wahrnehmungen und Charakteristika beeinflussen unser soziales Leben erheblich.“

Coronavirus: Bayern führt Maskenpflicht in Läden und Nahverkehr ein

Nonverbale Signale spielten eine immens große Rolle in der Kommunikation, obgleich Menschen dies selbst nicht immer bemerken würden. „Wenn diese Signale ausgeschaltet sind, konzentrieren sich Menschen eher auf das Ergebnis als auf den Prozess.“ Teile der menschlichen Kommunikation gehen verloren.

+++ Alle aktuellen und wichtigen Infos zur Corona-Krise findet Ihr im Live-Blog von RP Online! +++

Eine Maske hingegen kann befremdlich wirken, unabhängig davon, wer sich dahinter verbirgt. Dies wird besonders dann deutlich, wenn die Unterhaltung von einem Machtgefälle betroffen ist.

Wie können wir dieses Problem umgehen? „Ein wichtiger Punkt ist, sich nicht auf visuelle Signale zu verlassen“, sagt die Professorin für Psychologie Mary Inman vom Hope College in Michigan.

So könnten zusammengezogene Augenbrauen beispielsweise bedeuten, dass ein Mensch verwirrt oder gar verärgert sei oder aber einfach nur zwinkere. „Wir müssen uns Zeit nehmen und die Menschen um Klarstellung bitten.“ Das würde die Kommunikation zwar ein wenig verlangsamen, aber dies könne ja auch etwas Positives haben.