Foto: dpa
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Es ist ein unangenehmes Gefühl: Man nimmt einen Bündel Klamotten mit in eine enge Umkleidekabine, nur um dann festzustellen, dass die Kleidung viel zu klein ist. H&M schien diese Frustration nun auf die Spitze zu treiben. Mehrere Kunden beschwerten sich, die Modekette würde absichtlich zu kleine Größen angeben.

Vermehrt traten diese Vorwürfe kürzlich in England auf. Die Kundin „Rebecca Parker“ holte bei Facebook zum Rundumschlag aus: Normalerweise trage sie immer Größe 14 (in Deutschland 40), aber bei H&M schaffe sie es nicht ansatzweise, eine solche Hose anzuziehen.

Ihrem Ärger machte sie in einem Brief an die Modekette Luft: „Als ich eure Jeans anprobiert habe, war ich verärgert und frustriert. Diese Jeans ist eindeutig nicht für eine Frau mit meiner Figur gemacht (…). Warum ist es für eine Marke in Ordnung, Kleidung mit einer Größe auszuzeichnen, die sie eindeutig nicht hat?“

Twitter-Userin „Melissa“ machte eine ähnliche Erfahrung: Sie, die eigentlich Größe 12 trägt, sei es Leid, bei H&M Größe 16 auswählen zu müssen – die dann immer noch nicht passe.

Dem Praxistest unterzog „Samantha Bell“ zwei Hosen mit Größe 16 – eine von H&M und eine von Konkurrent Primark. Das Ergebnis: Die H&M-Hose ist viel enger geschnitten.

Und tatsächlich: Die Beschwerden der Kundinnen haben gewirkt. In einer Pressemitteilung teilte der schwedische Modekonzern nun mit, man werde die Größen in England anpassen.

Vermutungen, H&M habe seine Kunden an der Nase herumgeführt, konnten bisher nicht bestätigt werden. Immer wieder flammen Beschuldigungen auf, der Kleiderkonzern schneide Klamotten bewusst eng, um eine junge, schlanke Klientel anzusprechen. Der offizielle Grund für die Anpassungen: Rechenfehler bei der Umrechnung von europäischen in britische Größen.

Auch die USA soll von der Umstellung betroffen sein. Und in Deutschland? Hierzulande müssen sich Kunden wohl noch gedulden. Über Anpassungen in anderen Ländern gab H&M noch keine Stellungnahme ab.

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