„Mein Arm ist ein bisschen wund, aber hey, ich habe es überlebt!“

Als erfahrener Tour-Veranstalter hat Sean Dearly seinen Reisenden eingeschärft, wie sie sich vor Krokodilen schützen können. Nur er selbst hat sich dann nicht daran gehalten.
Krokodilangriff in Australien
Foto: Uncredited/CHANNEL 9/AP/dpa

Ein australischer Veranstalter von Reisen in Wildtiergebiete ist von einem Krokodil in den Arm gebissen worden. Das Jungtier sei mehr als zwei Meter groß gewesen, sagte Sean Dearly am Mittwoch dem Fernsehsender Nine Networks. Er sei glücklich, dass er mit dem Leben und ohne schwere Verletzungen davon gekommen sei.

Der 60-Jährige Dearly war am Montag mit 18 Touristen auf dem Adelaide River im Nordwesten von Australien unterwegs, der für seine „springenden Krokodile“ bekannt ist – große, bis zu sechs Meter lange Krokodile, die senkrecht aus dem Wasser schießen um Hühnerkadaver zu schnappen, die von langen Stangen an Touristenbooten hängen. Er habe die Touristen aufgefordert, zu ihrer Sicherheit alle Körperteile die gesamte Zeit über im Boot zu halten, diesen Ratschlag dann aber selbst nicht beherzigt, berichtete Dearly.

Als eine Stange mit Fleisch zur Fütterung der Raubtiere ins Wasser gefallen sei, habe er versucht, sie wieder ins Boot zu holen. Gerade als er sie greifen wollte, habe etwas nach ihm geschnappt. Er habe versucht, seinen Arm zurückzuziehen, doch das Tier habe ihn weiter umklammert.

„Es baumelte an meinem Arm“

Er habe das Krokodil hochgehoben und gedacht: „Mein Gott, was habe ich denn hier?“, sagte Dearly. „Es baumelte an meinem Arm.“ Er habe gehofft, dass das Krokodil sich nicht verdreht und ihm dadurch schwere Verletzungen in den Arm reißt oder ihn womöglich über Bord zieht. Das Tier habe dann noch einmal zugebissen, aber seinen Biss gelockert. „Ich konnte meinen Arm herausziehen“, sagte Dearly. „Ich hatte ziemlich viel Glück, dass sich das Krokodil dann wieder ins Wasser fallen ließ.“

Als der Krankenwagen eintraf, war Dearly bereits mit dem Auto auf dem Weg in die eine Stunde entfernte Stadt Palmerston ins nächste Krankenhaus. Inzwischen trägt er Hand und Unterarm in Gips. Nach Angaben der Zeitung „Northern Territory New“ hat er eine Sehnenverletzung.

„Ich fühle mich gut. Mein Arm ist ein bisschen wund, aber hey, ich habe es überlebt“, sagte Dearly. Schließlich gebe es im Fluss weit größere Krokodile, als das Exemplar, das ihn erwischt habe.

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dpa