Es gibt Sachen, die gibt’s gar nicht: David Fajgenbaum war todkrank, forschte selbst nach einem Heilmittel und fand es. Heute ist er gesund und Familienvater.

In seinem gerade veröffentlichten Roman „Chasing My Cure: A Doctor’s Race to Turn Hope into Action“ schildert der Medizinstudent aus den USA seinen Weg vom Todgeweihten zum Familienvater. Nach dem Krebstod seiner Mutter hatte der junge Mann beschlossen, Onkologe zu werden. Doch im Jahr 2010, Fajgenbaum befand sich gerade im dritten Jahr seines Medizinstudiums, erkrankte er schwer.

Was mit Müdigkeit und heftigen Schweißausbrüchen anfing und später seine Leber, Nieren und andere Organe angriff, stellte sich nach einiger Zeit als „Morbus Castleman“ heraus – eine äußerst seltene Krankheit, an der Expertenschätzungen zufolge weniger als einer von 100.000 Menschen im Jahr erkrankt.

Die Diagnose wog schwer, denn der Stand der Forschung war noch nicht weit fortgeschritten. Es gab Medikamente, die bei einigen Patienten wirkten, bei anderen hingegen nicht. Die Krankheitsverläufe unterscheiden sich zumeist stark. Bei Fajgenbaum schwollen Lymphknoten am gesamten Körper an, Tumore bildeten sich und es kam zu einer Überproduktion von Zytokinen (Proteine, die das Wachstum von Zellen regulieren).

Castleman Disease Collaborative Network is doing a campaign called 'Check my #WarriorFlex!' Photo on the left was taken…

Gepostet von David Fajgenbaum am Freitag, 13. November 2015

Der erste Schritt: eine Chemotherapie. Doch die aggressive Behandlung brachte nur kurzfristig Besserung, die Krankheit kehrte wieder. Die Ärzte empfahlen ihm bereits, sein Testament zu schreiben, die Eltern bestellten seine letzte Ölung. Fajgenbaum erkannte, dass er beim aktuellen Stand der Medizin in Verbindung mit der Geschwindigkeit der Forschung nicht mehr lange zu leben hatte.

Also gründete er 2012 das „Castleman Disease Collaborative Network“. Dort brachte er Spitzenforscher zusammen, die gemeinsam mit ihm schnell neue Erkenntnise zur Castleman-Krankheit gewannen.

2013 schlug sie dann heftiger als je zuvor zurück. Die Zahl der lebenswichtigen Blutplättchen ging so weit nach unten, dass ein leichter Stoß ausgereicht hätte, eine tödliche Gehirnblutung auszulösen. Fajgenbaum untersuchte seine Labordaten – und fand plötzlich eine Lösung: Ein zugelassenes Immunsuppressivum für Nierentransplantationen könnte auch bei ihm helfen.

Er nahm Kontakt mit den National Institutes of Health auf und bat seinen behandelnden Arzt anschließend, ihm das Medikament zu verschreiben. Und es wirkte: Seit Februar 2014 ist die Krankheit nicht zurückgekehrt.

Mittlerweile hat Fajgenbaum geheiratet und sogar eine kleine Tochter. Er arbeitet als Assistenzprofessor und hilft bei der Erforschung anderer Krankheiten. Das Medikament, das er ursprünglich für sich selbst entdeckte, hat laut „Bild“ in der Zwischenzeit auch bei anderen Patienten geholfen. Wir ziehen den Hut vor so viel Lebenswillen und Engagement für seine Mitmenschen!