Maskenpflicht: Das müsst ihr zu FFP2- und OP-Masken wissen

In Bus und Bahn sowie beim Einkaufen müssen FFP2-Masken oder OP-Masken getragen werden. Wie die Regelungen sind und was ihr beachten müsst!
FFP2-Maske
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/dpa-tmn

Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland wird angesichts weiter hoher Infektions- und Todeszahlen bis zum 14. Februar verlängert. Zugleich beschlossen Bund und Länder zusätzliche Einschränkungen: Die oft genutzten Alltagsmasken aus Stoff reichen künftig vielerorts nicht mehr aus. In Bus und Bahn sowie beim Einkaufen müssen die besser schützenden FFP2-Masken oder OP-Masken getragen werden.

Ein Grund für die Verschärfung sei die „ernsthafte Gefahr“ durch die wahrscheinlich deutlich ansteckendere Mutation des Coronavirus, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach den Beratungen in Berlin. „Noch ist gewissermaßen Zeit, die ganze Gefährlichkeit auch einzudämmen.“ Dafür müsse aber jetzt gehandelt werden, sonst könnten die Infektionszahlen schnell stark ansteigen. „Wird das Virus gefährlicher, muss die Maske besser werden“, begründete Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) die verschärfte Maskenpflicht.

Aber was macht eigentlich eine FFP2-Maske aus? Woran erkenne ich sie? Was ist der Unterschied zur OP-Maske? Und wo kann ich die Masken kaufen, die nun im ÖPNV und beim Einkaufen Pflicht sind? Wir beantworten die wichtigsten Fragen!

Was ist der Unterschied zwischen OP-/FFP2-Masken und Alltagsmasken?

Den größten Unterschied gibt es bei der Schutzwirkung. Generell filtern Mund-Nase-Masken einen Teil der Partikel und Viren in der Luft heraus. Dadurch sinkt deren Konzentration und damit das Infektionsrisiko. Ausgeatmete Viruspartikel sind durch die anhaftende Feuchtigkeit meist relativ groß, auch Alltags- und OP-Masken können sie daher recht effizient zurückhalten.

In der Raumluft schrumpfen die Partikel aber – und können darum beim Einatmen durch solche Masken hindurch gelangen. Weitaus besser werden sie von FFP2-Masken aufgehalten. Alltags- und OP-Masken dienen daher vor allem dem Schutz anderer Menschen, FFP2-Masken bieten zusätzlich viel Selbstschutz.

Der medizinische Mund-Nasen-Schutz, auch OP-Maske genannt, besteht in der Regel aus drei Lagen Kunststoff-Vlies. Sie müssen bestimmte Anforderungen erfüllen. Die dichteren, ebenfalls aus Vlies gefertigten Feinstaubmasken der Klassen FFP2, N95 oder KN95 besitzen in der Regel zusätzlich elektrostatisches Material, an dem kleine Partikel gebunden werden. Die elektrostatische Wirkung verliert sich bei längerer Nutzung.

>> FFP2-Masken: Darum sind Ausatemventile so gefährlich <<

Mit Blick auf die FFP2-Masken ist außerdem wichtig: Haben sie ein Ventil, wird die ausgeatmete Luft nicht so gut gefiltert. Somit ist der Schutz für andere Menschen gering – entsprechend erfüllen die Masken dann nicht wirklich ihren Zweck, der ja auch daran liegt, andere Menschen vor einer möglichen Ansteckung zu schützen.

Wie trage ich eine FFP2-Maske richtig?

Experten zufolge sind FFP2-Masken für den Selbst- und Fremdschutz nur dann wirklich gut wirksam, wenn sie korrekt getragen werden. Dafür muss die Maske sehr dicht am Gesicht anliegen. „Durch eine Stoffmaske atme ich immer zumindest zum Teil hindurch, aber wenn bei einer FFP2-Maske irgendwo am Gesicht eine kleine Lücke bleibt, geht fast alle Luft dort hindurch – und mit ihr das Virus“, erklärt der Leiter des Bereichs Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Johannes Knobloch.

Vor dem Anlegen und nach dem Absetzen sollten die Hände gewaschen und desinfiziert werden und die Maske nur an den Bändern angefasst werden. Für Männer gilt zudem: kein Bart, sonst sitzt die Maske nicht und es gibt keine Schutzwirkung.

>> Zwei Masken gegen Corona: Das sind die Vorteile – doch es gibt auch ein Risiko <<

Ein Tipp zur Überprüfung: Wenn die Maske beim Einatmen ans Gesicht angesaugt wird, sitzt sie korrekt. Die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) rät außerdem, die Filterfläche mit beiden (gewaschenen) Händen möglichst ganzflächig zuzuhalten. Dann versucht man, beim Einatmen Unterdruck zu erzeugen und beim Ausatmen Überdruck aufzubauen. Ströme dabei sofort Luft durch den Maskenrand oder Nasenbügel ein beziehungsweise aus, sitze die Maske nicht dicht und schütze nicht ausreichend.

Wie lange kann ich medizinische Masken tragen? Kann ich sie wiederverwenden?

Im Gegensatz zu den bislang weit verbreiteten Alltagsmasken aus Stoff (oft Baumwolle), die waschbar sind, sind sowohl die OP-Masken als auch die FFP2-Masken Einwegprodukte, ausgelegt als Arbeitsschutz für eine Acht-Stunden-Schicht. „Für den privaten Bereich im Alltag kann die Maske allerdings auch öfter benutzt werden, etwa für den Einkauf oder die Fahrt zur Arbeit mit dem öffentlichen Nahverkehr“, heißt es vom TÜV-Verband.

Darüber hinaus gibt es zumindest bei der FFP2-Maske Wege zur Wiederverwendung. So können diese desinfiziert werden, indem sie mindestens sieben Tage lang bei trockener Raumluft oder eine Stunde bei 80 Grad bei Ober- und Unterhitze im Backofen getrocknet werden – nach Angaben der Fachhochschule (FH) Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster bis zu fünf Mal.

Doch Vorsicht: Die Desinfektion im Backofen kann die Fasern beschädigen und so das Schutzniveau senken. Aus verschiedenen Gründen nicht geeignet zur Wiederaufbereitung sind Kochtopf, Mikrowelle, Waschmaschine, Spülmaschine und UV-Lampe.

Generell gilt: Nur laut Hersteller wiederverwendbare Masken – erkennbar an der Kennzeichnung „R“ – sind aufzubereiten. Von der Aufbereitung von nicht wiederverwendbaren FFP2-Masken – erkennbar an der Kennzeichnung „NR“ – wird abgeraten.

Woran erkenne ich „richtige“ FFP2-Masken?

Kurz und knapp: am aufgedruckten CE-Kennzeichen und einer vierstelligen Nummer, die Rückschlüsse auf das Prüf-Institut zulässt. Zudem sollte neben der Euro-Prüfnorm EN149 auch die Masken-Bezeichnung aufgedruckt sein. Statt FFP2 kann dies auch die Kennung KN95 oder N95 sein – dabei handelt es sich um Maskenstandards aus den USA und China, die auf dem europäischen Markt zugelassen sind und im Wesentlichen dem FFP2-Standard entsprechen.

>> Corona: Jede vierte Maske fällt laut TÜV Nord durch <<

Auch OP-Masken müssen gewisse Standards, etwa beim Material, einhalten. Können Hersteller dies nachweisen, bekommen die Masken das CE-Kennzeichen.

Wo kann ich FFP2-Masken oder OP-Masken kaufen? Wie teuer sind sie?

FFP2-Masken oder OP-Masken werden in Drogerien, Apotheken oder online, teilweise auch in Supermärkten, verkauft. Menschen über 60, Risikoschwangere oder chronisch Kranke erhalten derzeit eine bestimmte Anzahl FFP2-Masken günstiger in der Apotheke. Die gesetzlichen Krankenkassen verschicken dafür Gutscheine: Für einen Sechserpack muss man dann nur zwei Euro zuzahlen.

>> FFP2-Masken kostenlos in Apotheken – das müsst ihr wissen <<

Die regulären Preise variieren – und könnten mit der neu eingeführten Pflicht in Bus und Bahnen sowie beim Einkaufen steigen. Aktuell gibt es OP-Masken, sofern sie in größeren Mengen gekauft werden, zum Stückpreis von rund 50 Cent oder weniger. FFP2-Masken dagegen sind deutlich teurer: In der günstigsten Variante kosten sie etwa einen Euro pro Stück, gerade in Apotheken werden aber oft auch zwei Euro oder noch deutlich höhere Preise aufgerufen – dafür kann man sich dort ganz sicher sein, dass die Masken geprüft und entsprechend sicher sind.

FFP2-, OP- und Alltagsmaske im Vergleich

Zusammenfassend haben wir hier noch eine Grafik für euch, die die Unterschiede der verschiedenen Maskenarten übersichtlich zusammenfasst:

Vergleich Corona Masken

Grafik: F. Bökelmann/dpa

Beim Einkaufen und im öffentlichen Personennahverkehr werdet ihr eure Alltagsmaske also vorerst nicht mehr tragen dürfen. Zwischen der OP- und FFP2-Maske habt ihr aber die Wahl. Den deutlich besseren Schutz, vor allem im Hinblick auf den Eigenschutz, bieten FFP2-Masken: Bei perfektem Sitz filtern sie mindestens 94 Prozent der Aerosole aus der Luft. Dafür sind sie allerdings auch deutlich teurer. Und eines kann selbst die FFP2-Maske nicht leisten: Abstand halten und Lüften in Räumen, beides bleibt auch mit ihr ganz wichtig.

Ab wann gilt die FFP2-/OP-Maskenpflicht?

Eine bundesweite einheitliche Regelung gibt es bezüglich der Einführung der FFP2-/OP-Maskenpflicht nicht. Hier hat es in jedem Bundesland Einzelbeschlüsse gegeben, die Teil der neuen Schutzverordnung sind.

Allerdings wurde der Mindeststandard „Medizinische Masken in ÖPNV und Handel“ von allen 16 Landesregierungen umgesetzt. In den meisten Bundesländern trat diese Schutzverordnung spätestens am 25. Januar, dem ersten Montag nach der Ministerpräsidentenkonferenz, in Kraft.

Allerdings gibt es vier Ausnahmen: In drei Bundesländern tritt die neue Maskenpflicht erst nach dem 25. Januar in Kraft – es handelt sich um Bremen (1. Februar), Sachsen (28. Januar) und Thüringen (26. Januar).

Alleas andere als ein Nachzügler in Sachen Maskenpflicht war die Landesregierung von Bayern, dort gilt eine entsprechende Verordnung schon seit dem 18. Januar. Dort gibt es aber die vierte Regelung, die sich deutlich von denen der anderen Bundesländer unterscheidet.

Dort reichen „OP-Masken“ nicht, stattdessen gibt es eine Pflicht von FFP2-Masken im ÖPNV, im Handel, in religiösen Einrichtungen und auch bei Essensabholungen. In Bayern herrschen die strengsten Regeln mit Blick auf die Maskenpflicht im Bundesvergleich.

>> Alle aktuellen und wichtigen Infos zur Corona-Krise findet Ihr im Live-Blog von RP Online! <<

mit Agenturmaterial (dpa)