Hund Boxer Platzhalter
Foto: Photobac/shutterstock (Symbolfoto)

Zu einem tragischen Vorfall ist es am vergangenen Freitag in Oberbayern gekommen. Ein Herrchen hatte seinen Hund fünf Kilometer am Auto mitgeschleift – versehentlich, wie sich später herausstellte.

Wie die Polizeiinspektion Miesbach mitteilte, ging am Nachmittag gegen 15.30 Uhr ein ungewöhnlicher Notruf bei den Beamten ein. Ein Mann habe einen Hund an sein Auto gebunden und sei von Hundham Richtung Wörnsmühl gefahren.

Ganze fünf Kilometer wurde das Tier hinter dem Auto hergezogen – es muss eine echte Tortur für den Vierbeiner gewesen sein. Zeugen konnten den Mann schließlich in einem Ortsteil der Gemeinde Fischbachau stoppen.

Offenbar erkannte das Herrchen erst dann die missliche Lage. Der fünf Jahre alte Boxer gab noch Lebenszeichen von sich, der Halter fuhr umgehend zum Tierarzt. Die Fünf-Kilometer-Fahrt hatte dem Hund allerdings zu sehr zugesetzt – der Vierbeiner erlag seinen Verletzungen.

Polizisten stellten auf der vom Hundehalter befahrenen Strecke eine fünf Kilometer lange Blutspur fest. Weil Zeugen des Vorfalls bei der Polizei das Kennzeichen des Fahrers durchgaben, konnte dessen Anschrift ermittelt werden. Dort trafen die Beamten zunächst nur seine Frau an und baten diese, ihrem Mann mitzuteilen, er solle doch bitte das Präsidium aufsuchen.

Dort traf der sichtlich geschockte Mann dann später mit dem toten Tier auf dem Arm ein und erklärte den Vorfall: Demnach sei er mit seinem Sohn und dem Hund im Auto unterwegs gewesen. Als er mit seinem Sohn ausstieg, band er den Hund, den er nicht im Auto lassen wollte, mit der Leine an der Anhängerkupplung fest.

Nach einer längeren Pause kehrten Vater und Sohn zum Auto zurück – und hatten den Hund vergessen. Der Mann fuhr weiter, obwohl der Boxer noch mit der Leine am Auto festgebunden war. Mögliche Laute des Tieres habe er aufgrund lauter Musik im Auto überhört.

„Es ist davon auszugehen, dass der Hund tatsächlich vergessen wurde“, teilte die Polizei mit.