Flugzeug Lufthansa
Foto: dpa

Der British-Airways-Flug von London nach Rio de Janeiro dauerte über elf Stunden. Zeit für ein Nickerchen, dachte sich der Unternehmensberater Peter Nelson. Als er geweckt wurde, verlor er die Nerven.

Das berichtet die britische Tageszeitung „Daily Mail“. Die Beschreibungen der Beteiligten des Vorfalls auf dem Langstreckenflug variieren. Damit musste nun auch ein Londoner Gericht klarkommen, das den 46-Jährigen zu einer Geldstrafe von knapp 7000 Euro verurteilte. Aber das ist Nelsons geringstes Problem.

Der Reihe nach, was war passiert? Nelson war laut Zeugenberichten angetrunken, als ihn die Stewardess Sima Patel-Pryke weckte, um seinen Essensbestellung aufzunehmen. Er wurde demnach sofort aggressiv. Höhepunkt des Ausrasters war laut Aussagen der Kabinencrew aber eine rassistische Äußerung des Fluggastes.

„Ihr Asiaten denkt, ihr seid besser als wir, ich will nicht von euch bedient werden, ich habe euren Lohn in den letzten 20 Jahren bezahlt“, rief er und wurde immer lauter. Nelson verlangte demnach, nur noch „von dem weißen Mädchen“ bedient werden zu wollen.

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Die Situation eskalierte derart, dass die Crew bereits den Piloten informiert wurde. Erst, als Nelson mit der Festsetzung gedroht wurde, beendete seine Tiraden.

Nelson gab in der Verhandlung zu, eine andere Stewardess verlangt zu haben, bestritt allerdings jegliche rassistische Äußerung. Er sei müde und schlecht gelaunt gewesen, gab seine Anwältin zu Protokoll.

Das Gericht glaubte den Aussagen der Crew und verurteilte Nelson zur Geldstrafe, die eine 500-Euro-Entschädigung für die asiatische Flugbegleiterin beinhaltete.

Doch der dreifache Vater verlor nicht nur den Prozess. Weil der Fall öffentlich wurde, entließ ihn sein Arbeitgeber seinen Job bei GlaxoSmithKline. Ein herber Schlag für den Hauptverdiener der Familie, die nun Schwierigkeiten hat, ein Millionenanwesen in Ascot zu halten.

Und das ist nicht alles. Seine Kinder wurden in der Schule angefeindet. Nelson hat sie bereits von der Schule genommen und überlegt nun, das Land zu verlassen. Nichts scheint mehr zu sein, wie es war.