Gefängnis Inhaftierter
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Stellt Euch vor, ihr seid gerade aus dem Gefängnis frei – und wollt wieder rein. Robert R. strebt genau dies an. Um seinen Willen durchzusetzen, ist ihm jedes Mittel recht.

Den Anfang nahm die Geschichte des heute 64-Jährigen im Jahr 2002. Nach zwei Banküberfällen verurteilte das Landgericht Düsseldorf Robert R. zu neun Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Er wurde als gemeingefährlich bezeichnet, weil er sich durch vergangene Haftstrafen nicht von neuen Straftaten hatte abhalten lassen.

2013 sollte Robert R. dann aus der JVA Aachen entlassen werden. Doch er weigerte sich, weil er nicht bereit sei, als Hartz-IV-Empfänger zu leben. Kein Wunder: Im Knast hatte er laut „Bild“-Informationen eine 13 Quadratmeter große Zelle mit TV, Musik-Anlage und diversen Büchern gehabt, in der er auch zwei Nymphensittiche als Haustiere hielt. In der Sicherungsverwahrung hatte er eine kostenlose Unterkunft, kostenloses Essen, täglichen Ausgang und bekam kostenlos ärztliche Versorgung.

Und tatsächlich kam er zunächst durch, wurde 2016 lediglich in die JVA Werl verlegt. Drei Jahre später war es dann allerdings vorbei mit dem Lotterleben: Im April 2019 wird Robert R. entlassen, weil laut Gutachten „keine erkennbaren größeren Risiken“ mehr bestehen.

Das Leben von Arbeitslosengeld schmeckt R. allerdings mal so gar nicht. Mit einem großen Koffer kehrt er zur JVA Aachen zurück und beruft sich auf Paragraph 61 des Sicherungsverwahrungsvollzugsgesetz, der besagt, dass frühere Inhaftierte wieder aufgenommen werden können, „wenn das Ziel der vorangegangenen Behandlung ansonsten gefährdet ist“.

Doch die Verantwortlichen in Aachen weigern sich, organisieren stattdessen einen Transport nach Werl. Für R., dessen Freundin in Aachen wohnt, keine Option. Der Zeitung sagte er: „Notfalls sage ich, ich überfalle sonst wieder eine Bank.“ Das letzte Wort scheint hier also noch nicht gesprochen.