Kreuzfahrtschiff Ruby Princess
Foto: AP Photo/Rick Rycroft

Das Kreuzfahrtschiff „Ruby Princess“, der größte Corona-Brennpunkt in Australien, hat den Kontinent in Richtung der Philippinen verlassen.

Das Schiff legte am Donnerstag aus Port Kembla südlich von Sydney ab. Rund 500 Besatzungsmitglieder waren an Bord, wie das britisch-amerikanische Unternehmen Carnival Cruise der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag sagte.

Die „Ruby Princess“ hatte nach elf Tagen auf See am 8. März vor Sydney angelegt. Die rund 2700 Reisenden wurden nach nur minimalen Kontrollen von Bord gelassen, obwohl es Fälle von Atembeschwerden gab.

48 Crewmitglieder auf Kreuzfahrtschiff mit Coronavirus infiziert!

Danach war laut Gesundheitsbehörden mit 650 Fällen mehr als jeder zehnte Corona-Patient in Australien ein „Ruby Princess“-Passagier. 21 der 76 Menschen, die im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 starben, waren zuvor auf dem Schiff. Der Bundesstaat New South Wales will mit zwei Untersuchungen klären, wie es zu dem „Ruby Princess“-Fiasko kam.

Viele Besatzungsmitglieder kamen von den Philippinen. Die Polizei erklärte am Donnerstag, sie habe diese Woche 542 Crewmitglieder von Bord begleitet, damit diese in ihre 15 Heimatländer reisen können, darunter auch nach Deutschland. 33 Mitarbeiter, die positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet wurden, seien in Hotels in Quarantäne.

Die Coronakrise hat die Kreuzfahrt-Industrie hart erwischt – und auch viele Passagiere litten an den Umständen. Zwischenzeitlich suchten Schiffe mit insgesamt rund 8000 Passagieren einen Hafen.

Quelle: dpa