Opa Krankenhaus tot
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Im Erfurter Helios-Klinikum war ein Mann eine Woche lang wie vom Erdboden verschluckt – bis man herausfand: Er war bereits verstorben.

Laut Informationen der „Thüringer Allgemeine“ war der Bewohner eines Pflegeheims, der immer wieder unter Wassereinlagerungen litt, im Mai in das Krankenhaus eingeliefert worden. Auf der Intensivstation der Kardiologie wurde er behandelt.

Mehr als eine Woche nach seiner Einlieferung hatte sich das Pflegeheim nach dem Zustand des Mannes und einem möglichen Besuchstermin erkundigen wollen. Am Telefon erhielten die für den Mann Verantwortlichen die Information, dass er gerade bei der Reha sei, jedoch weiter auf der Station liege.

Als die Betreuerin des Mannes dann im Laufe des Tages erneut anrief, folgte der Schock. Das Krankenhaus gab zu, nichts über den Aufenthaltsort des Mannes zu wissen. Selbst die Geschäftsleitung hatte keine Ahnung, was geschehen war.

Erst zwei Tage später herrschte dann traurige Gewissheit: Der Rentner war schon einige Tage nicht mehr behandelt worden, weil er nur einen Tag nach seiner Einlieferung verstorben und daraufhin in die Leichenhalle transportiert war. Benachrichtigt wurde hierüber allerdings niemand.

Die Betreuerin des Mannes hat sich bisher nicht zu dem Vorfall geäußert, das Pflegeheim wirft dem Krankenhaus jedoch vor, ihn einfach vergessen zu haben. „Die Vorwürfe machen uns zutiefst betroffen“, ließ das Helios-Klinikum verlauten. „Sofern das Versäumnis bei uns liegt, bitten wir um Entschuldigung.“ Dies richte sich vor allem an Menschen, „die dem Verstorbenen nahestanden und sich durch die Fehlinformationen in ihren Gefühlen verletzt fühlen.“

Das Krankenhaus wolle nun mit einem persönlichen Gespräch auf die Beteiligten zugehen und außerdem prüfen, inwiefern die Kommunikation verbessert werden kann.