Eine Frau, die seit zwei Jahren als vermisst galt, ist an einer Küste in Kolumbien von einem Fischer gefunden worden. Angelica Gaitan trieb zuvor stundenlang im Meer umher, wurde dann aber noch lebend gerettet.

Wie „RNC Radio“ berichtet, befand sich Gaitan, als sie von dem Fischer Rolando Visbal unweit der 25.000-Einwohner-Gemeinde Puerto Colombia an der Nordküste des Landes gefunden wurde, in einem schlechten Zustand.

Die 46-Jährige war bewusstlos und unterkühlt nach den acht Stunden, die sie offenbar im Meer von den Strömung umhergetrieben wurde. Zunächst hielt Visbal sie für ein Stück Treibholz, rechnete nicht, damit eine lebende Person im Meer zu finden.

Hier könnt ihr euch das Video der dramatischen Rettung anschauen:

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Als er aber realisierte, wie die Situation wirklich war, zog er Gaitan schnell aus dem Wasser und rettete ihr womöglich damit das Leben. Nachdem sie wieder zu sich kam und sich ihr Zustand verbesserte sagte sie: „Ich wurde wiedergeboren, Gott wollte nicht, dass ich sterbe.“

Allerdings ist der Grund, wieso er überhaupt zu der dramatischen Rettung kommen musste, ähnlich tragisch. Denn Gaitan konnte vor knapp zwei Jahren nicht mehr gemeinsam mit ihrem gewalttätigen Mann leben.

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Sie entschied sich im September 2019 zu fliehen, nachdem sie zuvor immer wieder von ihrem Mann missbraucht wurde. Der Flucht ging der schlimmste Angriff ihres Mannes zuvor: „Er hat mir das Gesicht eingeschlagen, er versuchte mich zu töten.“

Wie Gaitan in einem Interview mit dem Radiosender schilderte, ging ihr Leben dann erst einmal auf der Straße, später dann in einer Unterkunft für Hilfsbedürftige, weiter. Ihre Bekannten hatte in dieser Zeit keine Spur von ihr. Allerdings musste sie die Einrichtung zuletzt verlassen.

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Der Grund: Die Behörden teilten ihr mit, ihr Mann habe die Stadt verlassen, weswegen Gaitan nicht mehr als hilfsbedürftig gelte. Sie hatte nach dieser Mitteilung Selbstmordgedanken. „Ich wollte alles beenden“, sagt Gaitan.

Durch eine Fremde kam sie an ein Ticket für einen Bus, der direkt ans Meer führte. Dort wollte sie ihrem Leben ein Ende setzen. Nach dem Sprung kamen acht Stunden, in denen sie im Meer herumtrieb, ehe der Fischer sie rettete.

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Für Gaitan war das offenbar ein Glücksfall, nach eigener Aussage bereut sie ihren Plan und ist, das zeigt auch ihre erste Reaktion nach der Rettung, glücklich, noch auf der Welt zu sein. Aktuell ist sie noch in einer Pflegeeinrichtung beheimatet, in der weiterhin daran gearbeitet wird, ihren Zustand zu verbessern.

Hinweis: Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de