Party dunkel
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Es ist DIE Sauf- und Absturz-Adresse in Köln: Die „Klapsmühle“ auf den Ringen. Wer gerne zu Schlagern und Mainstream-Hits abspackt und sich günstig betrinken will, ist hier richtig. Diese Intention hatten auch Timo L. (20) und sein iranischstämmiger Freund am vergangenen Samstag. Der Türsteher des beliebten Ringe-Clubs zog dem Duo allerdings einen Strich durch die Rechnung.

Wie der „Express“ berichtet, wollte der Security-Angestellte Timo L. hereinlassen, seinen Kumpel allerdings nicht. Als Begründung habe der Türsteher die beiden gefragt, ob sie Stammgäste seien. Nachdem Timo L. angab, schon mal in der „Klapsmühle“ gefeiert zu haben, wurde er hereingelassen. Sein Kumpel, der dies nicht von sich behauptete, jedoch nicht, weil der Club gerade „so überfüllt“ gewesen sein soll. Und so entschieden sie sich beide dagegen, um den Abend woanders zu verbringen.

Skandalös: Im Anschluss an die Abfuhr wollen die beiden den Club noch eine Weile beobachtet und gesehen haben, wie etliche deutschaussehende Leute hereingelassen wurden, ohne nach einem „Stammgast-Status“ gefragt worden zu sein. Hier soll von einer „Überfüllung“ des Clubs plötzlich keine Rede mehr gewesen sein.

Köln: Rassismus-Vorwürfe gegen „Klapsmühle“ im Netz

Rassismus im kunterbunten Kölner Nachtleben? Schenkt man den zahlreichen Twitter- und Tripadvisor-Kommentaren zur „Klapsmühle“ Glauben, sei dort eine strategische Ausgrenzung südländischer Gäste an der Tagesordnung. So kommentiert ein Nutzer auf Twitter unter dem Tweet von Timo L., der mittlerweile seinen Account gelöscht hat, Folgendes: „Ein Freund von mir war jahrelang Türsteher in einigen Clubs um Klapsmühle herum, er hat mir bestätigt, dass die Türsteher die explizite Anweisung vom Veranstalter/Clubbesitzer bekommen, keine Ausländer reinzulassen, weil Ausländer immer gut für Ärger sind.“ Autsch!

Etliche Beschwerden dieser Art finden sich auch auf Tripadvisor.

„Klapsmühle“: Jörg Hohlbein weist Rassismus-Vorwurf zurück

Was sagt das „Klapsmühlen“-Personal zu den Rassismus-Vorwürfen? Der Büro-Angestellte Jörg Hohlbein von der Diskothek „Klapsmühe“ weist die Anschuldigungen im Gespräch mit unserer Redaktion entschieden zurück: „Wenn wir Leute abweisen, hat das nichts mit der Nationalität zu tun. Wir weisen im Schnitt 150 bis 170 Personen pro Abend ab. Davon sind 20 Prozent Türken oder andere Personen mit Migrationshintergrund. Die restlichen 80 Prozent sind Deutsche.“

Zudem weist der Mitarbeiter daraufhin, dass drei der vier Türsteher selbst einen Migrationshintergrund haben: „Ein Türke, ein Italiener und ein Grieche stehen bei uns an der Tür. Und die sollen rassistisch sein? Außerdem sind 50 bis 60 Prozent unseres Club-Personals auch Ausländer. Abweisungen an der Tür können viele Gründe haben, darunter betrunkenes oder aggressives Verhalten oder, dass der Club schon voll ist. Durch Corona können wir sowieso weniger Leute reinlassen.“

Fans unterstützen die „Klapsmühle“

Auf Facebook wird der Club übrigens auch von vielen Fans unterstützt. So lauten einige Kommentare etwa: „Ich war letztes Wochenende mit 25 anderen dort, wovon ein paar ebenfalls Ausländer waren und die kamen alle rein. Rassismus gibt es dort nicht. Das ist einer der besten Clubs in Köln und die Türsteher machen ihre Arbeit sehr gut.“ oder „Die Türsteher dort sind völlig korrekt. Danke für die gute Arbeit dort.“