Klinik lehnt Herz-OP bei Kind (3) ab, weil die Eltern ungeimpft sind

Ein dreijähriger Junge aus Zypern wurde nicht zu einer Herzoperation in Frankfurt zugelassen, weil seine Eltern nicht geimpft waren. Nun soll er in Athen operiert werden.
Foto: Shutterstock/Rawpixel.com
Ein Kind kuschelt im Krankenhaus-Bett mit einem Plüschtier. Foto: Shutterstock/Rawpixel.com
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Ein Kind kuschelt im Krankenhaus-Bett mit einem Plüschtier. Foto: Shutterstock/Rawpixel.com

Ein dreijähriger Junge aus Zypern sollte in einer Frankfurter Klinik am Herzen operiert werden, denn der Junge hat ein spezielles Herzleiden. Aus der Operation wurde aber nichts, denn die Klinik hatte den Termin kurzfristig abgesagt. Der Grund: Die Eltern des Kindes waren nicht geimpft. Das berichtet das Portal „Politico„.

Die Frankfurter Klinik war nicht die Einzige, die eine Operation abgelehnt hatte. So soll die Familie auch in Großbritannien und Israel abgewiesen worden sein. Am Ende ging es für den Jungen nach Griechenland, wo die OP dann in Athen durchgeführt werden soll. Zuvor gab es auch den Vorschlag der Eltern, den Jungen mit einem erziehungsberechtigten und geimpften Erwachsenen die Reise nach Deutschland antreten zu lassen, das aber hatte die Klinik ebenfalls abgelehnt.

Vater zeigt Unverständnis über Kriterium des Impfens

Ein Beamter des deutschen Gesundheitsministeriums bestätigte, dass es keine Vorschrift gibt, die besagt, dass Krankenhäuser ungeimpfte Personen nicht behandeln dürfen, geschweige denn Kinder, deren Eltern nicht geimpft sind. Der Beamte fügte jedoch hinzu, dass jedes Krankenhaus seine eigenen Einschränkungen hat und seine eigenen Vereinbarungen mit den Patienten trifft.

Auch ein Sprecher der Gesundheitsabteilung der Europäischen Kommission äußerte sich. „Die Gesundheitspolitik – einschließlich der Impfpolitik – und ihre konkrete Umsetzung fallen in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten, nicht in die der Kommission.“

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Die Eltern haben sich inzwischen impfen lassen, allerdings ist auch das erst wenige Tage her, so dass es noch Wochen dauert, bis der vollständige Impfstatus hergestellt ist. „Ich weiß, dass ungeimpfte Patienten in Deutschland in Krankenhäuser aufgenommen werden“, so der Vater des Jungen, Alexey Matveev, ein in Zypern lebender russischer Staatsbürger. „Ich wusste nicht, dass ich geimpft sein muss, damit mein Kind in diesem Krankenhaus operiert werden kann. Hätte ich es gewusst, hätte ich es natürlich getan. Ich bin gesund und wollte nicht geimpft werden. Ich finde es unangemessen, dass jemand, der gesund ist, geimpft wird.“

Eltern wurden überrascht von den Änderungen

Die Generaldirektorin des zyprischen Gesundheitsministeriums, Christina Yiannaki, sagte, dass die Eltern aber im Vorfeld informiert wurden. Zypriotische Beamten erklärten, sie hätten den Eltern vorgeschlagen, den Impfstoff von Johnson&Johnson in einer einzigen Dosis zu verimpfen, um den Prozess zu beschleunigen, was diese jedoch abgelehnt hätten. Matveev wies diese Behauptung zurück und sagte, sie hätten auf Anraten des deutschen medizinischen Zentrums den Impfstoff von Pfizer erhalten.

Im Sommer gab es bereits schon einmal eine Operation für den Jungen, damals reichte noch ein PCR-Test für die Eltern als Nachweis aus. Doch schon zu jenem Zeitpunkt sollen die Eltern im Krankenhaus darüber aufgeklärt worden sein, dass sich die Vorschriften schnell ändern können. Allerdings stellt sich die Frage, inwiefern ein dreijähriges Kind aufgrund ungeimpfter Eltern abgewiesen werden darf. Allerdings mehren sich die Fälle, in denen Patienten von Transplantationslisten gestrichen werden, weil sie nicht geimpft sind.

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