Karl Lauterbach 29. Januar
Foto: Kay Nietfeld/dpa

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat mit Blick auf den Einfluss der Sommermonate auf das Coronavirus dem Virologen Hendrik Streeck recht gegeben. „Für den Einfluss der Saisonalität auf das Infektionsgeschehen räume ich ein: Hendrik Streeck hatte voll recht.“

Streeck hatte dem Portal web.de im Januar gesagt: „Wie wir das im vergangenen Frühjahr gesehen haben gehen im März, spätestens April die Infektionszahlen nach unten. Das ist das typische Verhalten von Coronaviren, die sich über die Sommermonate hinweg nur noch auf einem niedrigen Level verbreiten.“ Er gehe davon aus, dass es nur noch wenige Fälle geben werde.

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Die Richtigkeit dieser Einschätzung bestätigte Lauterbach nun bei „Bild“. Und das, obwohl der SPD-Gesundheitsexperte und der Bonner Virologe im Verlauf der Pandemie mehrfach deutliche Differenzen hatten. Streeck plädierte immer wieder für eine etwas weniger strenge Linie bei den Corona-Maßnahmen.

Lauterbach: Curevac-Rückfall keine Gefahr für Impfversprechen

Derweil wird der Rückschlag beim Markteinstieg eines Corona-Impfstoffs des Unternehmens Curevac nach Ansicht Lauterbachs das Impfversprechen der Regierung, bis Ende des Sommers allen Erwachsenen ein Impfangebot zu machen, nicht gefährden.

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„Wir werden die Herdenimmunität Mitte September erreichen“, sagte Lauterbach am Donnerstagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Er verwies auf die stabilen Lieferungen anderer Hersteller und die niedrigen Reproduktionswerte für das Virus im Sommer. Mitte, spätestens Ende September dürften alle Erwachsenen, die dies wollen, vollständig geimpft sein. Das seien schätzungsweise 80 Prozent. Die Kinder fehlten allerdings.

Lauterbach verwies darauf, dass das Curevac-Serum das „noble“ Anliegen gehabt habe, ein preiswerter und sehr wirksamer Impfstoff zu sein. Er wäre damit gerade für ärmere Länder prädestiniert gewesen. „Das ist in der Tat eine Tragödie“, bewertete der SPD-Politiker die negativen Nachrichten in Bezug auf den Curevac-Impfstoff.

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Dieser hatte einer Zwischenanalyse zufolge nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Corona-Erkrankung „jeglichen Schweregrades“ erzielt und damit nicht die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien erreicht, wie das Unternehmen mitteilte.

Quelle: dpa