Kann Cannabis gegen Corona helfen? Diese Studie sagt ja!

Cannabis als Schutz vor einer Corona-Infektion? In einer Studie wurde nun ein Schutzeffekt entdeckt, der als Zusatz zum Impfen helfen kann.
Foto: dpa/Christian Beutler
Eine Cannabis-Plantage, in der Marihuana angebaut wird. Foto: dpa/Christian Beutler

Mit dieser Verbindung haben sicherlich nicht viele gerechnet. Bei der Frage, was Corona-Infektionen vorbeugen kann, sind Wissenschaftler in den USA auf Cannabis gestoßen. Nicht nur können so offenbar Infektionen verhindert, sondern auch bereits Infizierten geholfen werden.

Was im Fachblatt „Journal of Natural Products“ mit der zugegebenermaßen etwas sperrigen Überschrift „Cannabinoids Block Cellular Entry of SARS-CoV-2 and the Emerging Variants“ veröffentlicht wurde, gibt Aufschluss über eine überraschende Erkenntnis von Wissenschaftlern: Cannabis kann gegen Corona helfen.

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Cannabis-Verbindungen mit Spike-Protein vom Corona-Impfstoff

Dabei geht es in erster Linie um zwei Verbindungen, die in Cannabis enthalten sind. Es handelt sich um Cannabigerolsäure (CBGA) und Cannabidiolinsäure (CBDA). Das darin enthaltene Spike-Protein ist den Studienergebnissen zufolge dasselbe, das auch zum Schutz gegen Covid-19 in den Corona-Impfstoffen sowie in Antikörpertherapien verwendet wird.

Somit kommen die Wissenschaftler der Oregon State University in der Studie zum Schluss, dass die Verwendung dieser Cannabis-Extrakte eine ähnlich vorbeugende Wirkung haben könnten. Wohlgemerkt: Dabei geht es nicht darum, Cannabis als Impf-Ersatz zu sehen. Die Studien-Ausarbeitung beginnt dazu passenderweise mit den Worten „als Zusatz zu Impfstoffen“. Während bei Cannabinoidsäuren die Schutzwirkung komplett auf das Spike-Protein bezogen wird, gibt es beim Impfstoff noch weitere Komponenten, die schützen.

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Kiffen hilft aber nicht gegen Corona

Explizit gehe es darum, dass die Cannabinoidsäuren dabei helfen können, dass Covid-19 nicht in die menschlichen Zellen eindringt. Zudem könnte bei bereits infizierten Patienten die Infektionsdauer verkürzt werden. Die Einnahme der Cannabinoidsäuren könne dabei oral vorgenommen werden. Dabei ist aber nicht vom Kiffen die Rede. Denn die Säuren reagieren empfindlich auf Hitze. Für die antivirale Wirkung funktionieren Joints nicht, erklärt Studienleiter Richard van Breemen.

Ein Wehrmutstropfen: In der Studie konnte belegt werden, dass die Cannabinoidsäuren eine gute Wirkung gegen die Alpha- und Beta-Varianten des Coronavirus haben. Allerdings ist das Virus mittlerweile weiter mutiert. In Deutschland ist die Delta-Variante schon weitestgehend von Omikron verdrängt worden. Welchen Effekt die Cannabinoidsäuren auf die neueren Varianten haben, das darüber gibt die Studie aus den USA keinen Aufschluss.

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