Kanada: Ungeimpfter Trucker stirbt an Corona – Mutter appelliert an LKW-Fahrer

Die kanadischen Trucker-Proteste dauern inzwischen schon zwei Wochen. Die Mutter eines an Corona verstorbenen LKW-Fahrers hat nun eine Botschaft für die Trucker.
Corona-Intensivstation Universitätsklinikum Essen
Eine Mitarbeiterin der Pflege steht in einem Zimmer der Corona-Intensivstation des Universitätsklinikums Essen und bedient ein ECMO-Gerät, eine Herz-Lungen-Maschine. Foto: Fabian Strauch/dpa
Corona-Intensivstation Universitätsklinikum Essen
Eine Mitarbeiterin der Pflege steht in einem Zimmer der Corona-Intensivstation des Universitätsklinikums Essen und bedient ein ECMO-Gerät, eine Herz-Lungen-Maschine. Foto: Fabian Strauch/dpa

Seit zwei Wochen schon protestieren LKW-Fahrer in Kanada gegen die Corona-Bestimmungen vom kanadischen Premierminister Justin Trudeau. Die neuesten Regeln besagen, dass LKW-Fahrer geimpft sein müssen, oder sich Tests und eventuellen Quarantänen stellen müssen. Nach Angaben der Regierung seien fast 90 Prozent aller LKW-Fahrer in Kanada geimpft.

Dennoch gibt es nach wie vor viele Trucker, die protestieren. Wahrscheinlich hätte sich auch der Sohn von Marg Makins angeschlossen. Er verstarb aber im Oktober vergangenen Jahres ungeimpft. Makins Familie ist seit langer Zeit im LKW-Business tätig, auch Sohn David.

„Es ist furchtbar, jemanden an dieser Krankheit sterben zu sehen“, erklärt Makins gegenüber dem Sender „CNN„. „Ich hoffe, dass die Trucker hören, was ich zu sagen habe und wie schlimm Covid sein kann, und vielleicht jemanden in ihrer Familie oder sogar sich selbst retten können“, hofft sie.

>> Trucker-Proteste in Kanada: Tochter von verstorbener Mutter mit emotionaler Botschaft <<

Nach tagelanger Erkrankung musste ihr 70 Jahre alter Sohn ins Krankenhaus. Dort wurde er aber nach einigen Tests entlassen. Zuhause ging es ihm aber immer schlechter, sodass es ein zweites Mal in die Notaufnahme ging. Dort wurde er sogleich an ein Beatmungsgerät angeschlossen. „Ich habe viele, viele Tage und Nächte mit seinen Kindern im Krankenhaus verbracht. Ich blieb auch über Nacht, aber nie gab nie eine Reaktion von ihm.“

Nachdem sie ihn schließlich von den Beatmungsgeräten entfernten, ging alles ganz schnell. Es war das letzte noch lebende Kind von Marg Makins. Ihr Sohn aber hinterlässt zwei weitere Söhne, eine Tochter und fünf Enkel.

Ein Impfgegner sei er aber nie gewesen, beteuert Makins. „Mein Sohn war kein Impfgegner, er behauptete nur, er hätte keine Zeit – und wenn er hier wäre, würde es ihm leid tun. Er wusste, dass er sich impfen lassen sollte, aber er kam einfach nicht dazu.“ Aber sie verstehe nicht, warum sich die LKW-Fahrer nicht impfen lassen. Die Situation mache sie „wütend“.

Sie hofft, dass ihre Botschaft anderen das Leben retten und den Familien diesen Schmerz ersparen kann. „Man kommt nie damit klar, man lernt nur, damit umzugehen“, so Makins über ihren Verlust. „Ich möchte anderen Müttern, anderen Familien und anderen Freunden diesen Kummer ersparen.“

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