Mutter und Kind im Frankfurter Hauptbahnhof vor Zug gestoßen
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Zum Zeitpunkt des tödlichen Stoßes eines achtjährigen Jungen vor einen einfahrenden Zug im Frankfurter Hauptbahnhof soll eine Überwachungskamera am Gleis defekt gewesen sein.

Die Kamera an Bahnsteig sieben habe den Vorfall, bei dem der Junge von einem ICE erfasst und getötet worden war, daher nicht aufgezeichnet, berichtete das Portal Focus Online am Mittwoch unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Eine zweite Kamera sei auf die Reisehalle gerichtet gewesen und habe die Tat daher nicht filmen können. Aus diesem Grund sei nicht der Stoß, sondern nur die Flucht des mutmaßlichen Täters aufgezeichnet worden.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft habe sich gegenüber Focus Online zu der defekten Kamera nicht äußern wollen. „Wir haben Videoaufnahmen, und diese werden nun ausgewertet“, sagte sie dem Portal. Welche Aufzeichnungen dies seien, habe die Sprecherin nicht mitgeteilt.

Am Montag vergangener Woche soll ein 40-Jähriger am FrankfurterHauptbahnhof einen Achtjährigen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben. Die Mutter konnte sich nach dem Sturz auf einen schmalen Fußweg zwischen den Gleisen retten. Ihr Sohn wurde vom Zug erfasst und erlag am Tatort seinen Verletzungen.

Der Angreifer versuchte zudem, eine 78-jährige Frau in die Gleise zu stoßen. Sie stürzte aber vorher und verletzte sich an der Schulter. Der Mann wurde nach kurzer Flucht von Passanten überwältigt und von der Polizei festgenommen. Die Ermittler schließen psychische Probleme nicht aus.

Quelle: AFP