Exorzismusversuch Arizona
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Beim Versuch einer sogenannten Teufelsaustreibung ist ein sechsjähriger Junge im US-Staat Arizona getötet worden. Der Vater des Jungen wird des Mordes beschuldigt, heißt es in Gerichtsdokumenten. Er habe den Sechsjährigen gezwungen, im Zuge des versuchten Exorzismus heißes Wasser aus einer Badewanne zu schlucken.

Der Verdächtige Pablo M. war nach dem Tod des Jungen am 26. September im Haus der Familie in einem Reservat für Pascua Yaqui, eine indigene Gemeinschaft, festgenommen worden. Er sagte Ermittlern laut der Strafanzeige, er habe versucht, „einen Dämonen“ aus dem Jungen zu vertreiben und das Kind für mindestens fünf Minuten unter Wasser gehalten. Sein Anwalt äußerte sich zunächst nicht.

In den Gerichtsdokumenten wurde keine Todesursache genannt. Ärzte sagten, der Junge habe Verbrennungen am Kopf, den Ellbogen und den Unterarmen gehabt.

Die Adoptivmutter des Jungen sagte, ihr Mann habe den Jungen und ein weiteres Kind gebadet. Als sie Gurgelgeräusche gehört habe, sei sie ins Badezimmer gegangen und habe gesehen, wie der Vater den Jungen unter einen Wasserhahn gehalten habe.

Sie habe ihren Mann angeschrien und aufgefordert, aufzuhören. Außerdem habe sie einen Pastor angerufen und den Notruf gewählt. Ihr Mann habe versucht, den Jungen wiederzubeleben und kaltes Wasser über ihn geschüttet. Die Frau wurde nicht angeklagt.

Die Bundesbehörden ermittelt bei Tötungsdelikten von Ureinwohnern, wenn Verdächtige, Opfer oder beide Mitglieder von staatlich anerkannten ethnischen Gruppen sind. Der Junge gehörte den Pascua Yaqui an.

Quelle: dpa