Jägerin
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Bei einer Drückjagd im Harz wird ein 81 Jahre alter Jäger durch eine Kugel getötet – nun steht eine junge Jägerin vor Gericht, die den Mann versehentlich erschossen haben soll.

Die 22-Jährige muss sich wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Quedlinburg verantworten. Ihr wird vorgeworfen, am 28. Oktober 2017 bei der Jagd im Forst Ballenstedt-Meisdorf auf einen Hirsch geschossen, stattdessen aber den 81-Jährigen, der aus Niedersachsen stammte, tödlich am Kopf getroffen zu haben.

Die Angeklagte hat laut Staatsanwaltschaft gegen eine Unfallverhütungsvorschrift verstoßen. Diese gibt vor, dass erst geschossen werden darf, wenn sich der Schütze vergewissert hat, dass niemand gefährdet wird. Die Jägerin sieht das jedoch anders, sie sieht keine Schuld bei sich.

Die 22-Jährige sagte, sie habe auf einen am Hang stehenden Hirsch geschossen. Der Hirsch wurde nicht gefunden. „Ich würde jeden Schuss wiederholen, weil ich mir bei jedem Schuss sicher war“, sagte die Jägerin.

Bei einer Drückjagd wird versucht, das Wild bewusst langsam aus seinen Einständen heraus und in Bewegung zu bringen, um einen sicheren Schuss zu ermöglichen. Dafür werden oft auch Jagdhunde eingesetzt. Drückjagden finden fast ausschließlich im Winterhalbjahr und bei Tageslicht statt. Die Drückjagd, die vor allem bei Rehen und Wildschweinen angewandt wird, gilt als Gegenstück zur Treibjagd (Hasen, Freiwild oder Füchse).

Quelle: dpa