Foto: Olga Dubravina/shutterstock
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Im Prozess um vergiftete Pausenbrote fordert die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes eine lebenslange Gefängnisstrafe. Die Anklage sprach sich am Mittwoch beim Landgericht Bielefeld zusätzlich für eine anschließende Sicherungsverwahrung des 57-jährigen Angeklagten aus.

Der Staatsanwalt sieht es nach dem Indizienprozess als erwiesen an, dass der Deutsche über Jahre Kollegen in einem Betrieb in Ostwestfalen mit Gift auf Pausenbroten und Getränken gesundheitlich schwer geschädigt hat. Da der Angeklagte sich über Jahre intensiv mit dem Thema Gift beschäftigt habe, sei ein Hang zu weiteren Straftaten eindeutig.

Zwei der Opfer sind schwer nierenkrank, ein dritter Kollege liegt mit einem nicht heilbaren Hirnschaden im Wachkoma. „Der Versuch des Mordes liegt in diesem Fall sehr nah am Tod“, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer.

Die Anwälte der drei Nebenkläger schlossen sich der Forderung des Staatsanwalts an. Mit einer Ausnahme: Sie beantragten die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, womit eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen ist. Außerdem beklagten die Anwälte im Namen ihrer Mandanten, dass der Angeklagte keine Antwort auf die Frage gegeben habe, warum er die Opfer vergiftete. Wie zuvor im Prozess äußerte sich Klaus O. am Mittwoch nicht und zeigte während der Plädoyers keine Regung.

Am Donnerstag tragen die Verteidiger ihr Plädoyer vor. Ein Urteil will das Landgericht am 7. März fällen.

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(dpa)