Jeder dritte Corona-Patient könnte bei neuer Variante sterben: Wissenschaftler warnen mit Horror-Szenario

Jeder dritte Corona-Patient könnte bei einer neuen Variante sterben – davor warnen Wissenschaftler in Großbritannien. Ist diese These aber überhaupt realistisch?

Wegen der Omikron-Verläufe und einer Vielzahl an milden Verläufen entspannt sich die Corona-Lage aktuell in vielen Ländern. In Großbritannien sollen die Corona-Maßnahmen in den kommenden Tagen schon komplett wegfallen und auch in Deutschland steht der „Freedom Day“ kurz bevor. Das wollen Wissenschaftler offenbar unbedingt verhindern – und haben nun ein absolutes Horror-Szenario veröffentlicht.

Wenn es darum ging, die Corona-Maßnahmen schnell zu lockern, war der britische Premierminister Boris Johnson über die vergangenen zwei Jahre in der Regel schnell überzeugt. So will er bereits in den kommenden Tagen sogar einstampfen, dass sich Corona-Infizierte in häusliche Quarantäne begeben sollen. Einige Bürgern jubeln über den Schritt aus der Pandemie, andere sind besorgt.

Aber auch Wissenschaftler, die die Regierung beraten, sind darum bemüht, die Verantwortlichen doch noch von einem vorsichtigeren Schritt zu überzeugen. Wie „Daily Mail“ berichtet, wurde den Entscheidungsträgern nun ein absolutes Horror-Szenario vorgelegt. Die SAGE, kurz für „Scientific Advisory Group for Emergencies“ (Wissenschaftliche Beratungsausschluss für Notfälle) warnt vor dem Risiko einer neuen Corona-Variante.

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SAGE zieht MERS-Vergleich und warnt vor 35 Prozent Todesrate

Während bei der Omikron-Variante zwar die Infektiosität stieg und damit die Fallzahlen in die Höhe schnellten befürchten die Wissenschaftler für eine mögliche kommende Variante einen dramatischen Anstieg der Todesfälle. In dem veröffentlichten Dokument bezieht sich SAGE dafür auf Erkenntnisse von anderen Coronaviren.

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Bei der hohen Todesrate wird der Bezug zum MERS-Virus genommen. Bei vergangenen Verbreitungen des MERS-Virus hatte es eine Mortalität von etwa 35 Prozent gegeben. In diesem Fall würde also rund jeder dritte Infizierte sterben. SAGE spricht davon, dass dieses Szenario auch bei Corona möglich sei. Die Risiko einer weiteren Mutation sei aufgrund der vielen Infizierten in aller Welt hoch.

Professor reagiert entspannt: „Höchst unwahrscheinlich“

Professor Keith Willison vom Imperial College in London wehrt sich aber dagegen, dieses Szenario für Covid-19 als wahrscheinlich anzusehen. Er sagt, es sei „höchst unwahrscheinlich – aufgrund dessen was wir wissen und bisher erlebt haben“. Die Mortalität liege bei der Omikron-Variante aktuell bei 0,1 Prozent. Während es für SAGE also offenbar darum geht, mit jedem Strohhalm Lockerungen zu verhindern und weiterhin vor Vorsicht in der Bevölkerung zu sorgen, sieht Willison die aktuelle Situation deutlich entspannter.

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