Foto: Shutterstock/sfam_photo
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Es waren zwei schlimme Tage für Krankenschwester Andrea aus Unterhaching. Kurz vor Ostern bekam sie einen Anruf aus einer Münchner Klinik. Ihre Schwester sei an Corona verstorben, sagte man ihr, sie möge bitte deren Sachen abholen. Etwa 48 Stunden später folgte das Wunder: Sie lebt!

Wie sich herausstellte, war dem Krankenhaus ein folgenschwerer Fehler unterlaufen. So kam es zu einer tragischen Verwechslung. Davon berichtet die Frau nun dem Radiosender „Bayern 3“.

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Zwischen der Todesnachricht und der Information, dass ihre Schwester doch noch am Leben sei, hatte Andrea schon ihrem elfjährigen Neffen den Tod seiner Mutter beigebracht und die Beerdigung geplant.

Am Wochenende vor Ostern sei ihre Schwester auf die Intensivstation der Münchner Klinik eingeliefert und dort auch beatmet worden. Sie arbeitet in einem Seniorenheim und hatte sich dort mit dem Coronavirus infiziert. „Der Arzt sagte mir, den Umständen entsprechend geht es ihr ganz gut, sie ist aber noch nicht über den Berg“, erzählt Andrea.

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Etwa zweieinhalb, drei Stunden später habe sie einen erneuten Anruf erhalten, diesmal aus dem Sterbebüro. „Da hieß es dann: ‚Herzliches Beileid! Wann können Sie die Sachen Ihrer Schwester abholen?'“ Ein Riesenschock!

Den dritten Anruf erhielt sie zwei Tage später auf dem Parkplatz eines Supermarkts. Andrea hatte gerade Portemonnaie, Wohnungsschlüssel und alle anderen Sachen in der Klinik abgeholt, als das Telefon wieder klingelte. „Das Gespräch ging dann los mit den Worten: ‚Bitte regen Sie sich jetzt nicht auf. Setzen Sie sich am besten. Es gab da eine Verwechslung. Ihre Schwester ist gar nicht verstorben. Es geht ihr gut soweit.'“

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Erleichterung, aber auch Ungläubigkeit machten sich breit. Natürlich sei sie froh gewesen über die Nachricht. Aber sie konnte es irgendwie auch nicht fassen. „Ich habe meine Schwester ja gar nicht gesehen weder vorher noch nach dieser Todesnachricht. Man kann sich selber gar nicht mehr mit eigenen Augen überzeugen, man muss einfach das glauben, was man hört“, erzählt die Krankenschwester.

Ob sie sauer auf die Klinik sei? „Sagen wir mal so: Da ich ja selber in diesem Bereich arbeite, weiß ich, überall wo Menschen arbeiten, da passieren Fehler. Normal. Aber so ein Fehler dürfte halt nicht passieren.“

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Das Krankenhaus reagierte gegenüber dem Radiosender mit einer kurzen Stellungnahme. „Wir bedauern diese tragische Verwechslung außerordentlich. Der behandelnde Chefarzt steht persönlich mit den Angehörigen in Kontakt. Es handelt sich dabei um einen menscheinlichen Fehler im Verwaltungsablauf.“

Übrigens: Der totgeglaubten Schwester von Andrea geht es wieder besser. „Sie liegt jetzt auf einer normalen Station, nicht mehr auf der Intensiv. Und sie erholt sich jeden Tag ein bisschen mehr. Sie ist auf einem guten Weg.“