Impfbetrug? Ärztin soll hunderte unwirksame Corona-Impfungen gespritzt haben

Einer Ärztin aus dem Bodenseekreis wird Impfbetrug im großen Stil vorgeworfen: 430 Menschen soll sie unwirksame Corona-Impfungen gespritzt haben.
Impfung Biontech Spritze
Foto: Marijan Murat/dpa

Impfbetrug im großen Stil? Eine Ärztin aus dem Bodenseekreis (Baden-Württemberg) soll hunderten Menschen eine unwirksame Corona-Impfung gespritzt haben.

Laut Informationen des SWR haben insgesamt 430 Personen, die sich in der Praxis der Ärztin in Markdorf vermeintlich gegen das Coronavirus haben impfen lassen, Post vom Gesundheitsamt erhalten. Es sei in Zusammenhang mit der Impfung zu Auffälligkeiten gekommen: Bei drei Patienten seien trotz doppelter Impfung keine Antikörper nachweisbar.

Am Mittwoch teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Mitteilung mit, dass der Verdacht im Raum steht, dass die Ärztin den Betroffenen keinen oder nicht ausreichend Impfstoff gespritzt hat – ohne, dass diese etwas davon wussten.

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Den Stein ins Rollen gebracht hat eine Patientin. Als sie der Ärztin gesagt habe, dass sie Angst vor den Nebenwirkungen habe, habe diese sinngemäß geantwortet, dass sie sich keine Sorgen machen müsse, da sie etwas Homöopathisches beigemischt habe. Nach Rücksprache mit ihrem Hausarzt habe die Frau denn Fall dann angezeigt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun bereits seit geraumer Zeit wegen gefährlicher Körperverletzung. Ende November durchsuchte die Polizei die Praxis und stellte Beweismittel sicher. Ein vorläufiges Arbeitsverbot gibt es bislang allerdings nicht. „Das setzt dringende Gründe voraus, zu erwarten, dass auch gerichtlich ein solches Berufsverbot verhängt würde. Da sind die Ermittlungen noch zu frisch“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz dem SWR. Die Ärztin hat zu den Vorwürfen noch keine Stellung bezogen.

Derweil rät das Gesundheitsamt allen angeschriebenen Personen, einen Antikörper-Test durchführen zu lassen.

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