Immun dank Omikron? Virologe prophezeit 20 bis 30 Jahre Schutz vor Corona

Wer die Omikron-Variante überstanden hat, kann sich laut Epidemiologe Francois Balloux zurücklehnen. Vor einer Erkrankung mit ernsthaften Auswirkungen sei man über Jahrzehnte hinaus geschützt. Andere Wissenschaftler sind noch vorsichtig mit dem Begriff der "Immunität".
Corona Maske Gesundheit
Zeit aufzuatmen? Diese Frau feiert das Ende von Corona. Foto: Shutterstock.com / eldar nurkovic
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Zeit aufzuatmen? Diese Frau feiert das Ende von Corona. Foto: Shutterstock.com / eldar nurkovic

Francois Balloux ist Direktor des University College in London und bereits seit längerer Zeit tief in die Corona-Diskussion in den sozialen Medien involviert. Laut ihm soll eine Ansteckung mit der Omikron-Variante die Karten vollkommen neu mischen. Ein schwerer Krankheitsverlauf sei damit vom Tisch, Corona würde in Zukunft ähnlich wie ein Grippe behandelt werden – inklusive jährlicher Impfung.

Als etablierte und anerkannte Corona-Stimme (etwa mit knapp 150.000 Followern auf Twitter) finden die Worte von Professor Balloux natürlich Gehör. Dennoch zeigen sich viele Kollegen eher zurückhaltend. Allen voran was seine neuesten Aussagen angeht: Demnach sei man nach einer Corona-Infektion mit der Omikron-Variante 20 bis 30 Jahre vor schwerwiegenden Krankheitsverläufen geschützt, wie Balloux gegenüber der norwegischen Zeitung „Aftenposten“ erklärte.

Der Fokus liegt hierbei auf dem Zusatz „vor schwerwiegenden Verläufen“: Dass man sich auch weiterhin mit Corona anstecken kann, sei auch Balloux klar. Vielmehr gehe es ihm um das körpereigene Zellengedächtnis, welches selbst über Jahre hinweg Corona erkennen und dementsprechend bekämpfen könne.

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Schutzwirkung muss weiter erforscht werden

Noch lange nicht so optimistisch geht der stellvertretende Leiter der norwegischen Gesundheitsbehörde an das Thema heran. Espen Rostrup Nakstad (46) gab gegenüber der norwegischen Tageszeitung „Dagbladet“ zu bedenken, dass es noch keine hinlänglichen Beweise für so eine These geben könne. Dementsprechend vorsichtig muss man auch mit den Prophezeiungen von Balloux umgehen – auch wenn es sich natürlich um eine verlockende Wunschvorstellung handelt.

Auch in Deutschland wird die Immunitätsfrage weiterhin stark diskutiert. Erst kürzlich erklärte Gesundheitsminister Karl Lauterbach auf einer Pressekonferenz praktisch das genaue Gegenteil zu der These von Balloux: „Eine Omikron-Infektion schützt nicht gut vor anderen Varianten. Und sie schützt möglicherweise noch nicht einmal vor einem Rückfall mit Omikron“.

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