Foto: Instagram / waidfraeulein
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Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine normale junge Frau. Sinah Marie ist 25 Jahre alt, studiert BWL, wohnt mit ihrem Freund und den gemeinsamen Hunden in einem Dorf bei Malente (Schleswig-Holstein). Doch das Hobby der werdenden Mutter ist alles andere als gewöhnlich und sorgt im Internet für Unmut: Sie geht gerne jagen und postet Fotos der toten Tiere.

Ganz egal, welches Tier sie gerade erlegt hat, sie macht keinen Hehl aus ihrer Leidenschaft. Zu sehen sind ihre „Trophäen“ auf ihrem Instagram-Kanal „waidfraeulein“, der mittlerweile über 13.000 Abonnenten zählt.

 
 
 
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Unsere erste Drückjagdsau.Unsere erste Beute.Ein Resümee. Ich darf nicht schleppen. Nicht ziehen, nicht lange gehen, bücken, .. eigentlich nichts, was mich außer Atem sein lässt. Und vor allem kein Stress. „Blutungen sind Risiko. Passen Sie bitte auf.“ Man fährt also mit dem Auto zum direkten Platz. Einziger Vorteil, sei an dieser Stelle bemerkt Man sitzt dann und wartet. Stunde um Stunde. Warten als Schützin bin ich gar nicht mehr gewohnt, dementsprechend war mir auch sehr langweilig. Anton und ich kuschelten ein wenig auf meiner Decke und ich vertrieb mir die Zeit mit unsinnigen Videos auf Instagram. Ein dreifaches Horrido auf mein Handyakku übrigens. So saß ich also zwischen Regenschauer und untergehender Sonne, als es hinter mir knackte. Ich drehte langsam meinen Kopf und meine Blicke wanderten automatisch nach Unten. PINSEL! Ich stand auf. Anton starrte der Sau hinterher, die im langsamen Troll, zehn Meter oberhalb von uns, auf der Kuppe von dannen ziehen drohte. Der Sinn, warum ich mit Anton draußen stehen sollte war es, ihn an das Feeling einer Jagd und dessen Prinzip heranzuführen. Der Grund war natürlich ein anderer Ich machte mich für die Sau bemerkbar, in der Hoffnung, dass sie nicht weiter über die Kuppe und den blanken Acker flüchtete. Sondern unterhalb von mir ins rettende Schilf fliehen sollte. Diana war mit mir und auf guten 150 Metern drehte die Sau bei und zog hochflüchtig den Hang herunter ins Schilf. Ich wartete bis zur Böschungskante ab, zog mit und löste den Schuss. Dann schnallte ich Anton. Mein Grund, warum ich überhaupt hier stand. Und ich habe noch nie einen glücklicheren Hund gesehen Ich habe alles für einen kurzjagenden Terrier getan. Beute machen mit seinen Menschenkumpels war unser letztes Kapitel. Nun werde ich ihm nicht mehr gerecht und er wird die Saison mit Hannes laufen. Ein bisschen Baby war er für mich, das wissen alle, die meinen Storys folgen. Und so bin ich schon arg traurig. Aber für den kleinen Racker kommt ein neues Kapitel. Ein Kapitel für das er gezüchtet wurde und lebt. Ich bin soooo dankbar, dass der liebe Gott mir solch eine perfekte Situation zum Abschluss geschenkt hat #huntress #huntressview

Ein Beitrag geteilt von Sinah Marie (@waidfraeulein) am Aug 15, 2018 um 12:40 PDT



Der Kanal polarisiert. So finden sich unter den Menschen, die Sinahs Bilder kommentieren, nicht nur Gleichgesinnte. „Moralisch sehr fragwürdig“, merkt einer an. Ein anderer schreibt: „Ich wünsche dir einen kritischen Nachwuchs, der diese Art der Regulierung nicht akzeptiert und dich deine Prioritäten neu setzen lässt.“

So „sanft“ war die Kritik aber nicht immer. Im Dezember berichtete „Spiegel Online“ von Morddrohungen via Instagram Klingelstreichen und später auch Drohungen gegen ihre Hunde und Begegnungen mit um das Haus schlendernden Personen in der Dunkelheit. Mittlerweile habe sich die Situation beruhigt, die junge Frau denkt aber nicht daran, das Jagen aufzugeben und versorgt ihre Follower weiter fleißig mit Bildern. Unter ein Bild schreibt sie: „Jeder darf seine Meinung haben. (…) Ich für meinen Teil gebe vielen Tierschützern recht, Tiere sind die besseren Menschen.“ Man solle aber auch bedenken, „dass zum Leben immer das Sterben gehört.“

 
 
 
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Jeder darf seine Meinung haben. Und jeder soll seine Überzeugung leben. Aber diese Doppelmoral unser heutigen Gesellschaft stößt mich ab. Ich für meinen Teil gebe vielen Tierschützern recht, Tiere sind die besseren Menschen. Aber Doppelmoral, ist noch längst keine Moral! Man muss immer bedenken, dass zum Leben immer das Sterben gehört. Und alles für etwas Neues irgendwann weichen muss. Und das wir Menschen am Ende der Nahrungskette stehen. Und das es keine Natur mehr gibt, sondern sich schon alles nach uns richtet. Für unsere Mobilität, für unsere Vernetzung, Energie, Ernährung, Wohnplatz, Zivilisation und letztendlich : Kultur. Und dafür wird gejagt, Tierhaltung betrieben und so einiges mehr. Das muss man akzeptieren. Denn eine Kulturlandschaft korrigiert sich eben nicht von selbst. Ob es nun ethisch korrekt ist Erlegungen, die in unser Kulturlandschaft nötig sind zu posten, muss jeder selbst entscheiden. Ich finde es nicht verwerflich, weil ich nur das darstelle, was ohnehin passieren muss. Und die Augen davor zu verschließen was passieren muss, indem man die Darstellung der Realität anprangert ist auch nicht ethisch korrekter. Und so kann man sich drehen und wenden wie man möchte, jede Entscheidung lässt sich legitimieren. Wichtig finde ich nur, andere Entscheidung zu akzeptieren. Auseinandersetzungen, Kritik und Austausch JA. Aber kein blinder Hass. Wohin Hass sonst führt, wissen wir doch alle, wenn wir uns die Geschichte mal anschauen…

Ein Beitrag geteilt von Sinah Marie (@waidfraeulein) am Jan 27, 2019 um 3:07 PST

Die 25-Jährige verteidigt zudem auch ihr Handeln in Bezug auf die sozialen Netzwerke, das mit Sicherheit nicht alltäglich ist: „Ob es nun ethisch korrekt ist Erlegungen, die in unser Kulturlandschaft nötig sind zu posten, muss jeder selbst entscheiden. Ich finde es nicht verwerflich, weil ich nur das darstelle, was ohnehin passieren muss.“ Auseinandersetzungen und Kritik könne sie akzeptieren, blinden Hass dagegen nicht.

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