Foto: Shutterstock/ cunaplus
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Das Bonner Landgericht hat am Donnerstag einen 50-jährigen Dauercamper aus Königswinter wegen besonders schwerer Brandstiftung und schwerer Körperverletzung verurteilt.

Die Strafe: sechs Jahre Haft. Er hatte seine Freundin (50) im September 2018 mit Benzin übergossen und so in Brand gesetzt. Sie überlebte schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft gefordert.

Der Angeklagte hatte im Prozess beteuert, dass er seine Freundin auf keinen Fall in Brand setzten wollte. „Ich wollte nur Druck machen und ihr drohen.“ Es tue ihm sehr leid, was er ihr angetan habe.

Die beiden hatten sich zunächst wegen eines jüngeren Campers gestritten, mit dem der Angeklagte regelmäßig zusammengehockt und viel Alkohol getrunken hatte, hieß es in der Urteilsbegründung. Um ihn zu provozieren, hatte die Freundin den 50-Jährigen mit Bezug auf den jungen Mann an diesem Abend gefragt, ob er homosexuell sei. Daraufhin hatte der Camper den Benzinkanister aus seinem Wagen geholt.

Viel Alkohol und blinde Wut

Der Garten- und Landschaftsbauer übergoss seine Lebensgefährtin in dem Campingwagen. Durch die Benzindämpfe und eine brennende Duftkerze kam es zur Stichflamme, die den gesamten Wagen in Brand setzte. Die 50-Jährige stand in Flammen. Der Angeklagte hatte anschließend die brennende Freundin aus dem Wohnwagen gezerrt und die Flammen gelöscht.

Durch die Rettung der Lebensgefährtin musste er sich nicht wegen eines Tötungsdeliktes verantworten. Das Gericht ging zudem von einer verminderten Schuldfähigkeit aus, weil der Angeklagte an dem Abend mit zwei Promille stark alkoholisiert und „blind vor Wut“ gewesen sei.

Die Mutter von vier Kindern hatte schwerste Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten, mindestens 36 Prozent ihrer Haut waren verbrannt. Bis heute hat sich die 50-Jährige nicht von dem Brandanschlag erholt. Sie ist so stark traumatisiert, dass sie sich an viele Dinge nicht mehr erinnern kann.

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(dpa)