Eine Frau mit einem Hund in einer Moschee in Indonesien
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Eine mutmaßlich psychisch Kranke nimmt einen Hund mit in eine Moschee. Indonesische Muslime werfen ihr nun Gotteslästerung vor – eine Straftat, die in dem südostasiatischen Land mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet wird.

Ein tierischer Zwischenfall hat im religiösen Indonesien für Aufsehen gesorgt. Einer Frau, die einen Hund in eine Moschee auf der Insel Java mitnahm, wird nun Gotteslästerung vorgeworfen, wie die Polizei in der Stadt Bogor mitteilte, wo es zu dem Vorfall kam. Eine Untersuchung sei im Gange. Hunde gelten im überwiegend muslimischen Indonesien bei vielen Gläubigen als unrein.

Im Internet wurde ein Video verbreitet, dass den in der Moschee herumlaufenden Vierbeiner zeigte. Außerdem war zu sehen, wie die Frau mit anderen Besuchern des Gotteshauses stritt. Sie behauptete, dass ihr Ehemann in der Moschee verheiratet werden soll und forderte eine Erklärung. Die Besucher wussten nichts über die mutmaßlichen Hochzeitspläne.

Seit Mittwoch befindet sich die Frau, die angab Katholikin zu sein, in einem Krankenhaus. Ärzte hätten empfohlen, sie in eine psychiatrische Einrichtung zu verlegen, sagte der Krankenhausdirektor.

„Wir werden diesen Fall vor Gericht bringen“, sagte Polizeidirektor Andi Mochammad Dicky Pastika. Auch wenn die Frau psychisch krank sei, sollten Richter über den Fall entscheiden. Gotteslästerung ist in Indonesien eine Straftat und kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

Der Hund ist aus dem Video ist tot

Amnesty International nannte den Fall „unglücklich und absurd“. Das in dem Fall herangezogene Gesetz zum Verbot von Gotteslästerung müsse abgeschafft werden, forderte die Menschenrechtsorganisation. Die Priorität des Staates solle das Wohlergehen der Frau sein, sagte Usman Hamid, der Amnesty-Chef in Indonesien.

Der Hund, der den Zorn der Gläubigen erregt hatte, starb nach dem Vorfall. Tierschützer versuchten ihn einzufangen, nachdem die Gläubigen ihn aus der Moschee gejagt hatten. Dabei sei er von einem Auto der Tierschutzgruppe erfasst worden, teilte ein Mitglied auf Facebook mit. (dpa)