Feuerwehrleute blicken auf die überflutete B265. Foto: Marius Becker/dpa

Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands brauchen viele Betroffene Hilfe. Aufräumen ist vielerorts noch zu gefährlich. Rettungseinsätze sind noch im Gange. Die Lage ist teils weiter unübersichtlich.

Angehörige über Hotline suchen

Wer Angehörige vermisst, sollte sich an die Polizei wenden. In der rheinland-pfälzischen Eifel ist hierfür eine Hotline für Angehörige sowie ein Internetportal für Videos und Bilder eingerichtet. Unter der Nummer 0800-6565651 können sich Menschen melden, die Angehörige vermissen. Unter dem Hinweisportal rlp.hinweisportal.de kann man Videosequenzen und Fotos hochladen, „die Hinweise auf vermisste Personen und Tote geben können“.

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Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bittet außerdem, sich bei zuständigen Städten und Gemeinden über die aktuelle Lage zu informieren.

Auch, wenn es schwer fällt: Keine Hilfe sind Reisen in das Katastrophengebiet. Denn die Gefahr ist groß, dass sich weitere Menschen damit in Gefahr bringen. „Halten Sie sich von fließenden Gewässern fern, Treibgut ist oft schlecht zu erkennen. Und auch wo es stellenweise wieder trocken scheint, ist die Lage nach wie vor gefährlich“, warnt Frank Zantis von der DLRG Nordrhein.

Hilfsorganisationen tatkräftig unterstützen

Helfen können Bürger aber zum Beispiel mit Spenden: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG ist in der Wasserrettung im Einsatz. Hier wird gebeten, sich an die drei Regionalverbände (Nordrhein, Westfalen oder Rheinland-Pfalz) zu wenden. Die Spenden an die jeweiligen Konten sollten dazu mit dem Stichwort „Hochwassereinsatz 2021“ versehen sein, damit klar ist, wofür das Geld bestimmt ist.

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Unterstützung können auch die großen Hilfsorganisationen an verschiedenen Orten gebrauchen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), kümmert sich unter anderem um Sanitätsdienst, Betreuung, Unterbringung und Verpflegung. Das DRK nimmt unter dem Stichwort „Hochwasser“ über das bundesweite Spendenkonto Beiträge entgegen.

Menschen, die jetzt Spenden möchten, können sich auch an die jeweiligen Kreise wenden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat diese auf seiner Homepage aufgelistet. Die Kreise haben Bürgertelefone eingerichtet oder veröffentlichen Informationen auf ihren Homepages.

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Sach- und Geldspenden erwünscht

Auch die Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, ruft zu Spenden auf. Dafür ist in Absprache mit den regionalen und lokalen Caritasverbänden ein bundesweit gültiges, zentrales Spendenkonto eingerichtet worden. Alle eingehenden Spenden werden direkt an die lokalen Caritas-Einrichtungen und Ortsverbände, in den am schwersten betroffenen Katastrophengebieten fließen.

Viele kleinere Organisationen nehmen selbstverständlich ebenfalls Spenden entgegen. Ein Hinweis auf eine seriöse Organisation ist das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Trägt ein Spendenaufruf das Logo, ist garantiert, dass die Organisation eindeutig und sachlich wirbt, sparsam wirtschaftet und außerdem nachprüfbar ausweist, wie das Geld der Spender verwendet wird.

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Wichtig zu wissen: Geprüft werden nur Hilfswerke, die sich selbst beim DZI melden und die Kosten für die Prüfung zahlen. Kleinere Organisationen sparen sich dies oft. Wenn ein Verein in der Liste fehlt, muss das also nicht bedeuten, dass er unseriös ist.

Wer nicht materiell helfen möchte, kann auch mit einem Schlafplatz helfen: Die Bonner Oberbürgermeisterin rief am Donnerstag bereits Menschen in ihrer Stadt dazu auf, Hilfe anzubieten: „Liebe Bonnerinnen und Bonner, bitte stellt Unterkünfte zur Verfügung! Meldet Euch, die Stadt stellt den Kontakt zu Menschen her, die Eure Hilfe brauchen“, schrieb Katja Dörner (Grüne) am Donnerstag auf Twitter. Im Netz gibt es hierfür ein Kontaktformular auf dem Portal der Stadt Bonn.

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Quelle: dpa