Es sieht aus wie eine Szene aus einem Film. Tatsächlich handelt es sich aber um einen realen Einsatz der Polizei. Im Hamburger Jenischpark hat ein Polizeiwagen einen Jugendlichen gejagt – ohne Rücksicht auf Verluste.

Auf dem von einem Parkbesucher bei Twitter geposteten Video ist zu sehen, wie die Polizei dem Flüchtenden mit Sirene und Blaulicht hinterher fährt. Dabei schert das Auto zunächst mit dem Heck nach links aus und schrammt nur knapp an zwei rennenden Beamten vorbei. Dann fährt es über eine Bodenwelle und scheint einen Teil des Unterbodens zu verlieren. Auch wirkt es so, als ob der Abstand zwischen dem Flüchtenden und dem Fahrzeug teilweise nur wenige Zentimeter beträgt.

https://twitter.com/scofieldius/status/1364913326115983362

Zu dem Einsatz am Montag war es den Angaben zufolge nach Anrufen von Anwohnern und Passanten gekommen. Der später Flüchtende habe dabei in Anwesenheit der Polizisten „ganz bewusst“ seine Bekannten umarmt und abgeklatscht. Deshalb sollte er kontrolliert werden – währenddessen flüchtete er allerdings. „Für uns ist es dann keine Option zu sagen: Wenn er wegläuft, dann machen wir nichts“, erklärte der Polizeisprecher. Die Flucht habe den Verdacht nahe gelegt, dass er etwas zu verbergen hat.

Kritik im Netz – Polizei Hamburg kündigt Aufbereitung an

Das Video des unverhältnismäßig wirkenden Corona-Polizeieinsatzes schlug im Internet hohe Wellen. Die Hamburger Polizei will ihn jetzt intern aufarbeiten, wie sie ankündigte. „Das muss bewertet werden. Aber das machen wir nicht innerhalb von fünf Minuten“, sagte Polizeisprecher Holger Vehren am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Es sollen nun die eingesetzten Beamten befragt und geprüft werden, ob es weitere Videos mit einer anderen Perspektive gibt, um den Fall besser einschätzen zu können. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

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„Ja, das sieht schon gefährlich aus“, sagte Vehren dazu. Zudem sei erkennbar ein Schaden am Polizeifahrzeug entstanden. Sollte eine Gefährdungssituation nicht ausgeschlossen werden können, könnten dem Fahrer Konsequenzen drohen. Welche das sein könnten, konnte Vehren zunächst nicht sagen.

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Der Jenischpark im Hamburger Stadtteil Othmarschen gilt als Hotspot, in dem sich zuletzt häufig trinkende Jugendliche ohne Abstand und mit lauter Musik zusammengefunden und auch randaliert hatten. Deshalb wird dort regelmäßig kontrolliert. Gegen den Jugendlichen sei mittlerweile ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden, weil er sich nicht an die Corona-Abstandsregeln gehalten habe.

Quelle: dpa